24.05.2016, 09:14 Uhr

"Die Lungenfunktion stabilisiert sich sofort"

(Foto: Fotolia/Knut Wiarda)

Am 31. Mai ist Weltnichtrauchertag. Arzt Roland Arnitz erklärt, was eine Nikotin-
entwöhnung bringt.

BEZIRK (csw). "Tabakkonsum reduziert die Reinigungsfunktion der Lunge und führt zu einer direkten Zellschädigung", erläutert Lungenfacharzt Roland Arnitz vom Salzkammergut-Klinikum Vöcklabruck. Dies kann zu chronischer Bronchitis, vermehrter Schleimbildung in der Lunge, COPD und sogar Krebs führen. Zudem erhöht Rauchen das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko. Die gute Nachricht für alle, die schon aufgehört haben oder aufhören wollen: "Eine Stabilisierung der Lungenfunktion tritt sofort, das heißt innerhalb von Tagen bis Wochen ein", so Arnitz. Nach dem Nikotinstopp folge eine Phase der Regeneration. Die Lunge habe die Absicht, den Dreck zu beseitigen und produziere mehr Schleim. Dies könne acht bis zwölf Wochen dauern, erklärt Arnitz. Den Zigarettenkonsum zu reduzieren, anstatt ganz aufzuhören, bringt übrigens wenig.

Feinstaub hineingetragen
Nicht unterschätzt werden darf auch die Gefahr von Passivrauchen. "Die gut gemeinte Angewohnheit, draußen zu rauchen, ist nur die halbe Wahrheit", sagt Arnitz. Der Rauch setze sich in der Kleidung fest und werde in den Raum mit hineingenommen. Kinder rauchender Eltern würden häufiger an Atemwegs-infektionen leiden, die Neigung zu Asthma sei erhöht.

Radioaktive Strahlung

Was viele nicht wissen: Beim Zigarettenrauchen ensteht radioaktive Strahlung (Polonium). "Wer eine Packung Zigaretten am Tag raucht, hat eine Strahlendosis-Gesamtbelastung im Jahr, die ein Vielfaches höher ist als die erlaubte Menge für strahlenexponiertes Krankenhauspersonal", nennt Arnitz ein weiteres Argument zum Aufhören. Am wichtigsten sei natürlich: "Der Wille dazu muss gegeben sein."
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