10.08.2016, 19:30 Uhr

„Dieser Sommer ist noch nicht vorbei“

Nach dem Supersommer 2015 kommt der Badespaß heuer für viele etwas zu kurz. (Foto: kids4pictures/fotolia)

Weniger Hitzetage, doppelt so viel Regen: Meteorologe Wolfgang Traunmüller zieht Zwischenbilanz.

BEZIRK (ju). Der Sommer 2016 ist durchwachsen: Im Juni und Juli wurde an der Wetterstation von Blue Sky Wetteranalysen in Attnang-Puchheim eine Durchschnittstemperatur von 18,5 Grad gemessen. „Das ist mehr als ein Grad Celsius wärmer als der Durchschnitt im 30-jährigen Klimamittel und ein Grad kühler als im Hitzesommer 2015“, sagt der Meteorologe und Blue-Sky-Geschäftsführer Wolfgang Traunmüller.

Markant sei jedoch der Unterschied zum Vorjahr bei den sogenannten Hitzetagen: Im Juni und Juli 2015 wurde die 30-Grad-Marke an 13 Tagen überschritten. Heuer war das im Vergleichszeitraum erst sechsmal der Fall. „26-mal stieg das Thermometer heuer schon über 25 Grad. Man spricht dann von einem Sommertag“, erklärt Traunmüller. Zum Vergleich: Im Vorjahr wurden im Juni und Juli 36 Sommertage registriert.

Große Regenmengen

Besonders markant im bisherigen Sommer sind laut dem Meteorologen die großen Niederschlagsmengen. „Sie lagen bis jetzt bei 50 bis 70 Prozent über dem langjährigen Durchschnitt.“ An der Wetterstation Attnang waren es 2015 in diesen beiden Monaten 168 Millimeter. Heuer sind es mit 375 Millimeter mehr als doppelt so viel. „Ein Millimeter ist gleich ein Liter pro Quadratmeter“, so Traunmüller.

Nach einer Kaltfront in dieser Woche werde der Sommer ab dem kommenden Wochenende aber wieder ein Lebenszeichen von sich geben. Der Meteorologe spricht von einem Hochdruckgebiet, das die Temperaturen auf sommerliches Niveau ansteigen lasse. „Der Sommer ist noch nicht vorbei“, sagt Traunmüller und verweist auf das Vorjahr. Auch da habe der August trotz des herrschenden Hitzesommers „noch ein Schäuferl nachgelegt.“

Durchschnittliche Ernte

Die Wetterkapriolen machen besonders der Landwirtschaft zu schaffen. Rudolf Stockinger, Dienststellenleiter der Bezirksbauernkammer spricht von einer mengenmäßig durchschnittlichen Ernte. Unter der großen Feuchtigkeit habe jedoch die Qualität beim Getreide gelitten. „Weizen und Roggen eignen sich oft nicht mehr als Brotgetreide“, so Stockinger. Positiv habe sich der viele Niederschlag hingegen auf Mais und Grünland ausgewirkt. „Im Grünland wird es heuer teilweise sogar sechs bis sieben Schnitte geben.“
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