23.03.2016, 19:30 Uhr

Jeden dritten Tag wird Handy gestohlen

Drogen im Wert von 220.000 Euro stellte die Polizei beim Ausheben des Suchtgiftringes sicher. (Foto: Polizei)

Keine großen Verbrechen, aber viele Laden-, Handy- und Fahrraddiebstähle im Jahr 2015.

BEZIRK (csw). 5431 Straftaten wurden im Vorjahr im Bezirk Vöcklabruck angezeigt, wie die neue Kriminalitätsstatistik besagt. Das sind um 1,7 Prozent weniger als 2014. „Wir leben in einem super sicheren Bezirk“, schätzt Hans-Jürgen Hofinger vom Bezirkspolizeikommando die Lage ein. 2015 gab es im Bezirk Vöcklabruck keinen Mord, die Anzahl der Raubüberfälle ist gegenüber dem Vorjahr um 80 Prozent auf zwei zurückgegangen. Ebenfalls rückläufig: Einbrüche in Wohnungen und Wohnhäuser. Sie sind von 176 im Jahr 2014 auf rund 140 gesunken. Um elf Prozent gestiegen ist hingegen die Anzahl der Körperverletzungen. Insgesamt 420 solcher Delikte wurden im Vorjahr angezeigt. Hotspots sind Regau, St. Georgen und Schwanenstadt, wo viele Nachtschwärmer unterwegs sind, sowie im Sommer die Zeltfeste.

Immer mehr werden auch schwere Sachbeschädigungen: 705 waren es im Vorjahr. „Es kommt immer wieder vor, dass ein Betrunkener heimgeht und 50 bis 60 Schneestangen umreißt“, so Hofinger. Extrem viele Anzeigen gäbe es wegen Diebstählen. 2015 wurden 115 Handys und gar 218 Fahrräderals gestohlen gemeldet. „Die Leute sind sehr sorglos“, meint der Ermittlungsbereichsleiter im Kriminalreferat. Häufig würden Handtasche und Handy im Einkaufswagen gelassen oder im Lokal beiseite gelegt. Diebe hätten leichtes Spiel.

Großen Fisch geschnappt

Wegen Suchtgiftdelikten kam es 2015 zu 348 Anzeigen, davon 53 wegen Dealens. Erst kürzlich gelang es der Einsatzgruppe unter Hans-Jürgen Hofinger, einen Suchtgiftring auszuforschen. Acht Personen wurden inhaftiert. Der Hauptverdächtige, ein 21-Jähriger aus dem Bezirk Vöcklabruck, hatte den Handel von Lenzing aus koordiniert. Die Polizei stellte Kokain, Ecstasy-Tabletten, Haschisch, Cannabiskraut und Speed im Wert von rund 220.000 Euro sicher.

Fast die Hälfte aller angezeigten Delikte im Bezirk Vöcklabruck (48,6 Prozent) konnte im Vorjahr aufgeklärt werden, landesweit waren es 50,6 Prozent. „Wir haben insgesamt die geringste Kriminalitätsbelastung der letzten elf Jahre und das unter extrem schwierigen Rahmenbedingungen. Aber trotzdem kommt das bei den Menschen draußen nicht an“, sagt Landespolizeikommandant Andreas Pilsl.

Bevölkerung ist verunsichert

Das subjektive Unsicherheitsgefühl in der Bevölkerung habe sich seit der Flüchtlingsbewegung verstärkt. Die Polizei will dem mit Veranstaltungen sowie einem neuen „Lagezentrum für Migration“, das sich ab Juni um Problemfelder im Bereich Zuwanderung und Migration kümmern wird, begegnen. Wunder im Bezug auf das subjektive Sicherheitsgefühl dürfe man sich trotzdem nicht erwarten, meint Pilsl. Dafür sei in erster Linie die Politik verantwortlich, nicht die Polizei.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.