14.04.2016, 15:49 Uhr

Lesermeinungen zum geplanten sektoralen Bettelverbot in Vöcklabruck

(Foto: absolut/fotolia)

Zum Artikel "Verbot: Bestimmte Plätze ohne Bettler", 7. April 2016

Unbarmherzig

Aus religiöser Sicht ist die Unterstützung, Verpflegung und Beherbergung von Armen und Kranken ein Werk der Barmherzigkeit. Wie „Barmherzigkeit“ bei uns im Lande aussieht, kann man täglich von Mitmenschen hören, die sich bei ihren Einkäufen durch die vor den Geschäften knienden Menschen gestört fühlen und für ein Bettelverbot plädieren. Vielleicht mag bei einigen der Hintergrund sein: „Was ich nicht sehe, existiert nicht.“ Verfolgt man Einzelschicksale „unserer“ Bettler näher, erfährt man, dass diese Menschen für ihre Familie betteln und keiner Bettelmafia angehören. In deren Herkunftsländern wie der Slowakei werden Roma stark diskriminiert. Auch die Bettler am Stadtplatz gehören dieser Minderheit an. Jeder Mensch kann für sich selbst entscheiden, ob er dem Bettler etwas gibt oder eben nicht.
Es sei mir noch ein Vergleich gestattet: Auch ich liebe Tiere. Was mich aber zunehmend erschreckt, ist, dass das Mitleid mit Tieren in der heutigen Zeit ein ungeheuer größeres zu sein scheint als das Mitleid mit Menschen.
Christine Schilcher, E-Mail

Arbeit statt Betteln

Mit großen Interesse habe ich Ihren Artikel gelesen über die Bettler in Vöcklabruck. Leider ist es in letzter Zeit viel mehr geworden, man kann auch nicht den alltäglichen Dingen nachgehen wie dem Einkauf. Denn egal in welchen Geschäft man einkaufen geht, es sitzen immer wieder welche davor.
Es ist echt unangenehm, denn man wird immer wieder angebettelt, was zu geben.
Meine Meinung dazu ist: Sie sollten arbeiten gehen wie jeder normale Mensch in
Österreich es auch tut. Und wenn das nicht möglich ist, sollen sie wieder in ihre Länder zurückgehen.In der heutigen Zeit muss man echt Angst haben im eigenen Land.
Carmen Lechner, per E-Mail

Nein zum Betteln

Ich denke, dass jeder Österreicher durch die Mindestsicherung so weit ein Einkommen hat, dass er/sie nicht genötigt ist zu betteln. Auch wenn das oft bestritten wird, die Bettler, die anzutreffen sind, gehören zum Großteil zu organisierten Banden, meist von Ausländern ausgenutzt. Auch begrüße ich das Urteil des OGH, dass bei Nichtannahme einer Arbeit die Mindestsicherung gestrichen werden kann. Ich kenne fünf Personen, die arbeiten könnten, aber nicht wollen, sondern sich von uns Steuerzahlern erhalten lassen. Die alle, die arbeiten, für blöd anschauen, weil wir nicht wissen, wie wir es anstellen müssen, ohne zu arbeiten auch zu einem Einkommen zu kommen. Wir haben in Österreich ein durchaus gutes Sozialsystem. Aber jedes Sozialsystem ist nur so gut wie die Moral derer, für die es gemacht ist. Wie es darum bestellt ist, darüber mag sich ein jeder selber Gedanken machen. Von Zuwanderern braucht man sich keine diesbezügliche Moral erwarten. Auch hier gibt es Ausnahmen, auch wenn man sie an einer Hand abzählen kann.
Alois Huemer, Frankenmarkt

Traurige Situation

Ich gehe regelmäßig in Vöcklabruck einkaufen und es ist schon vorgekommen, dass ich für die Bettler genau so viel gegeben habe, wie der Einkauf ausgemacht hat. Ich bin jedes Mal traurig über die Situation dieser Menschen und froh darüber, dass ich was geben kann und nicht betteln muss. Wenn ich bei Diskussionen sage, dass meistens jeder Bettler von mir einen Euro bekommt, höre ich oft, das sind ja organisierte Banden. Von Banden können wir bei denen sprechen, die als Kriminaltouristen kommen oder aggressiv betteln. Dass diese Bettler gemeinschaftlich herfahren, meist aus den ehemaligen Ostblock-Ländern, wo sie keine Aussicht auf Arbeit und Einkommen haben, ist logisch. Diese Menschen zu verjagen anstatt zu helfen, finde ich ziemlich herz- und hirnlos. Besonders wenn ich daran denke, wie viel Geld wir oft völlig sinnlos ausgeben. Beispielsweise für weggeworfene Lebensmittel, Hunde- und Katzenfutter oder Tierarztrechnungen für Haustiere, die ihr biologisches Ablaufdatum längst überschritten haben und deren Weiterleben nur mehr Quälerei ist.
Gerhard Stix, Timelkam
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