09.06.2016, 11:07 Uhr

Marsch trifft Polka

Wie auch schon im Vorjahr 2015 wollte sich der Musikverein Bruckmühl bei all seinen tatkräftig, unterstützenden Mitglieder mit einem Open-Air Konzert am Dorfplatz in Bruckmühl bedanken. Heuer unter dem Motto „Marsch trifft Polka“, präsentierten wir zwar nur einen kleinen aber sehr imposanten Auszug aus der Welt der traditionellen Blasmusik. Mit dem Marsch „Jetzt geht´s los“ und den Polken wie „Mein schönes Heimatdorf“ und „Wir Musikanten“ zeigten wir der Bevölkerung, wie weitreichend diese Art von Musik sein kann. Beim 94er Regimentsmarsch zum Beispiel, verwendete der Komponist Josef Matys, die typisch österreichische Militärmusik und vermischte sie mit spanischen Einwürfen. Somit ist ihm ein wunderschönes Werk gelungen, dessen Klang lange im Ohr bleibt. Dr. Stephan Messner, der uns diesen Abend durch das Konzertprogramm führte, erzählte vor jedem dieser Märsche und Polkas eine kurze Geschichte, damit sich die Besucher wunderbar in die Entstehung und die Melodien der Musikstücke hineinversetzen konnten. Bei der böhmischen Polka „Wir Musikanten“ mit dem Liedtext: „Wir Musikanten, vereint durch Spiel und Gesang, sind befreundet ein Leben lang. Uns Musikanten ist Harmonie pur im Blut. Musik, die tut uns echt gut.“ repräsentierten wir unseren Verein und all seine Talente sehr gut, da sich bei diesem Stück alle Register hervorragend vorstellen konnten. Das letzte Stück vor der Pause war die Polka von „Freund zu Freund“, wo die Solisten Richard Preletzer und Harald Bartel eine wunderschöne Einleitung spielten. Gefolgt von rhythmischen Passagen und einer lyrischen Triomelodie musizierten wir den ersten Teil dieses Konzertes zu Ende. Nach einer kleinen Pause, kam es zum Highlight des Abends: den großen österreichischen Zapfenstreich, mit den Solisten Benjamin Krenn und Alois Wiesinger als Ferntrompeter, sowie dem gesamten Schlagwerk-Register.
Der Name „Zapfenstreich” entstand aus der Zeit des 30jährigen Krieges. Damit zu gegebener Zeit im Lager am Abend die Ruhe einkehrte, wurde vom Kommandanten ein „Rumormeister” eingeteilt. Dieser hatte den Auftrag, zu genau festgesetzter Stunde für Ruhe und Ordnung zu Sorgen. Als Zeichen seiner Würde trug dieser Mann einen Stock, mit dem er an den Zapfen des Weinfasses schlug. Ab diesem Zeitpunkt war der Ausschank verboten. Diese Amtshandlung wurde „Zapfenschlag” oder „Zapfenstreich“ genannt. Der Große Österreichische Zapfenstreich gilt als ein zeremonielles Musikstück, das nach alten österreichischen Trommelrufsignalen und Traditionsmärschen wie den „Prinz Eugen“ und „Oh Du mein Österreich” Marsch anlässlich der 600-Jahr-Feier der Zugehörigkeit Tirols zu Österreich zusammengestellt wurde.
Heutzutage wird der Zapfenstreich zu feierlichen zivilen oder militärischen Anlässen von Musikkapellen bzw. der Militärmusik aufgeführt.
Mit ausgezeichneter Disziplin und hoher Konzentration führten wir das Stück rund 20 Minuten lange auf, und haben somit bewiesen, dass man keine Militärmusik sein muss, um den Zapfenstreich grandios spielen zu können.
Nach diesem Stück, lag eine fast magische Spannung in der Luft. Mit großer Zufriedenheit ernteten wir von allen Besuchern einen tobenden Applaus und eine hohe Anerkennung.
Am darauf folgenden Tag, veranstalteten wir unseren traditionellen Kirtags Frühschoppen. Nach der Herz-Jesu Feier in der Kirche marschierten wir mit der Pfarrgemeinde und den Feuerwehrleuten die Prozession nach Rackering . Im anschließenden Bierzelt unterhielt uns die Marktmusikkapelle Ampflwang unter der Leitung von Dirigentin Daniela Seiringer mit einem sehr abwechslungsreichen und stimmungsvollen Frühschoppenprogramm. An diesem Wochenende hat es der Wettergott zum Glück sehr gut mit uns gemeint, und hat uns im trockenen gelassen. Vor allem am Sonntag sorgte das schöne Wetter für eine außerordentlich gute Stimmung und lud die Gäste von Jung bis Alt zum langen Verweilen ein.
Man kann auf jeden Fall behaupten, dass wir an diesem Wochenende sehr viel Gutes geleistet haben, dass uns als Verein wieder ein Stück mehr zusammengeschweißt hat.
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