22.09.2016, 12:38 Uhr

SPÖ: Holzinger-Vogtenhuber zieht Konsequenzen aus "Vernaderungskampagne"

(Foto: Holzinger-Vogtenhuber)

Nach nur 64 Prozent Zustimmung in der Bezirkskonferenz verzichtet die Nationalratsabgeordnete aus Gampern auf ihren Sitz im Parteivorstand.

BEZIRK. Die Bezirks-SPÖ kommt auch nach der Wahl des neuen Parteivorsitzenden Peter Groiß nicht zur Ruhe. In einem Schreiben informiert Nationalratsabgeordnete Daniela Holzinger-Vogtenhuber jetzt ihre "Wegbegleiter" über ihren Rückzug aus dem Bezirksparteivorstand, in dem sie als stellvertretende Parteivorsitzende fungiert hätte. "Um der aktuellen Führung der SPÖ Vöcklabruck mit meinen Vorstellungen und Ideen einer modernen, offenen Partei nicht im Wege zu stehen, werde ich zudem auf meine Entsendung in den SPOÖ-Landesparteivorstand verzichten", so Holzinger.

Nur 64 Prozent der Delegiertenstimmen

Sie ziehe damit die Konsequenzen aus "einer fast drei Jahre dauernden Vernaderungskampagne" gegen sie und ihr Team, die an der Stimmung im Bezirk kratze. "Der vorläufige Höhepunkt der Querschüsse wurde nun im Rahmen der zurückliegenden Bezirkskonferenz erreicht. Bei der Wahl des Bezirksparteivorstandes erhielt ich von den 131 Delegierten lediglich 64 Prozent der Stimmen und musste damit das schlechteste Ergebnis aller KandidatInnen zur Kenntnis nehmen", begründet Holzinger-Vogtenhuber ihre Entscheidung.

Und weiter: "Im Jahr 2013 habe ich einen großen Schritt gewagt und mir mit meiner Bewerbung um die Spitzenkandidatur zur Nationalratswahl nicht nur Freunde geschaffen. Ich habe damit auch Erwartungen Einzelner auf den nächsten geplanten Karriereschritt durchkreuzt, Parteihierarchien herausgefordert und mit meiner Vision einer neuen sozial-demokratischen Partei, die mit den Menschen von ,unten nach oben' Politik gestaltet, ein tradiertes System in Frage gestellt."

"Angebot wurde ausgeschlagen"

Sie sei nicht bereit gewesen, sich in einer demokratischen Partei zur Befehlsempfängerin abstempeln zu lassen und wortlos eine Politik zu vollziehen, die in vielen Bereichen den Interessen und Anliegen der Bevölkerung zuwider laufe. "Mit meiner Kandidatur und meiner Vision für eine neue soziale und demokratische SPÖ habe ich 2013 ein Angebot gemacht. Es wurde ausgeschlagen." Ihr Mandat als sozialdemokratische Abgeordnete im Nationalrat wird Daniela Holzinger-Vogtenhuber bis zum Ende dieser Legislaturperiode weiter wahrnehmen.
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