05.04.2016, 17:25 Uhr

Drei Berge in einer Nacht

Josef Ammann in Wanderausrüstung mit Holzkreuz: So geht er den Drei-Berge-Marsch (Foto: Frager)

Was Pilger beim Drei-Berge-Marsch dabei haben sollten, weiß Josef Ammann aus Kühnsdorf.

RUDEN, BLEIBURG. In der Nacht von 7. auf den 8. April ist es wieder soweit: Der Drei-Berge-Marsch findet wie jedes Jahr in der Nacht auf den Dreinagelfreitag statt. Josef Ammann aus Kühnsdorf ist seit über zehn Jahren als Kreuzträger dabei und weiß, worauf es ankommt, um die rund 28 km lange Strecke ohne Blasen und Blessuren zu bewältigen.

1. Gutes Schuhwerk

Gute Wanderschuhe sind ein Muss. "Sie sollten nicht neu sein, das erhöht die Gefahr von Blasen", weiß Ammann. Zudem rät er, nicht frisch gewaschene oder neue Socken anzuziehen, sondern welche, die man schon einmal getragen hat. Trotzdem empfiehlt es sich, Blasenpflaster in den Rucksack zu packen.


2. Stirnlampe und Haube

Ohne Stirnlampe ist der Abstieg vom Lisnaberg hinunter in den Lippitzbachgraben und von diesem wieder hinauf in Richtung St. Luzia nicht ungefährlich. In der Dunkelheit stolpert man leicht und auch wenn ringsum Stirnlampen leuchten, ist das Licht doch vor den eigenen Füßen am wichtigsten.
"Außerdem sind die Nächte noch ziemlich kalt, deswegen sollte man eine Kopfbedeckung und Handschuhe dabei haben", ergänzt Ammann.


3. Kleidung zum Wechseln

Spätestens nach dem Anstieg nach Heiligenstatt, wo man gegen fünf Uhr Früh ankommt, sind viele Pilger durchgeschwitzt. "In diesem Abschnitt sind 300 Höhenmeter zu bewältigen, danach sollte man sich umziehen, um sich nicht zu verkühlen", sagt der Kühnsdorfer. Nach einer Messe geht es dann weiter über den Kömmel in Richtung Heiligengrab.

4. Getränke und Jause

Ammann empfiehlt für den Marsch warmen Tee mitzunehmen. In St. Luzia gibt es nach einer Andacht, die von den Mitpilgern gestaltet wird, Tee, Kaffee und Kuchen, die die Ortsbewohner bereitstellen. Am Ziel in Heiligengrab gibt es dann Bratwürste und andere deftige Köstlichkeiten zu kaufen. Für unterwegs eignen sich zum Beispiel Bananen oder Energie-Riegel.

Viele Stammpilger

Bei guten Wetterbedingungen nehmen laut Ammann zwischen 300 und 400 Wanderer jedes Jahr am Drei-Berge-Marsch teil: "Rund 80 Prozent von ihnen sind Stammpilger, die jedes Jahr kommen."
Für den Kühnsdorfer ist der Drei-Berge-Marsch der Start in den Frühling und die erste religiöse Wanderung im Jahr: "Er ist für mich ein Einlaufen für Pfingsten, wo ich jedes Jahr eine Woche lang von Diex nach Maria Zell pilgere."

Der Drei-Berge-Marsch:


Start um Mitternacht auf dem Lisnaberg mit einer Messe.
Danach Abstieg vom Lisnaberg in den Lippitzbachgraben und von dort Aufstieg zur neuen Lippitzbachbrücke. Eben geht es weiter nach St. Luzia (Andacht und Agagpe um ca. 3 Uhr). Anschließend geht es über die Luziabrücke in Richtung Oberndorf und dann gibt es einen langen Anstieg nach Heiligenstatt (Messe um 5 Uhr). Die letzte Etappe führt über den Kömmeln ins Ziel nach Heiligengrab.

Busse:

Postbusse bringen die Pilger zum Ausgangspunkt Lisnaberg.
Strecke I: Sittersdorf (22 Uhr) über Gösselsdorf, Eberndorf, Kühnsdorf, Völkermarkt, Dürrenmoos und St. Peter am Wallersberg.
Strecke II: Völkermarkt (23:05 Uhr) über Haimburg, Griffen und Ruden.
Strecke III: Bleiburg Stadt (22:10 Uhr) über St. Michael, St. Stefan, Globasnitz und Mittlern.
Strecke IV: Heiligengrab (23:20 Uhr) über Einersdorf und Ruden.
Rückfahrt am 8. April um 10:30 Uhr von Heiligengrab.
Nähere Informationen und Preise: www.postbus.at
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