25.05.2016, 07:00 Uhr

Ein neuer Transformator geht ans Netz

Projektleiter Wolfgang Ranninger (re.) und APG-Betriebsleiter Eduard Gaderer vor dem 220 Megawatt-Transformator

Die WOCHE war exklusiv bei der Inbetriebnahme des 220 Megawatt-Transformators im Umspannwerk Obersielach dabei.

VÖLKERMARKT. Das Umspannwerk Obersielach des Übertragungsnetzbetreibers Austrian Power Grid AG (APG) gehört zu den vier wichtigsten Netzknotenpunkten im österreichischen APG-Netz und ist insbesondere für die Stromversorgung des Kärntner Zentralraumes zuständig.

Sechs Wochen Aufbauzeit

Im März diesen Jahres wurde ein neuer 220 Megawatt-Transformator nach Obersielach gebracht. Nach sechs Wochen Aufbauzeit des 214 Tonnen schweren Gerätes wurde dieser vergangenen Donnerstag in Betrieb genommen. Die WOCHE durfte bei der sogenannten Spannungsprobe exklusiv dabei sein.
"Für die Spannungsprobe fährt das Draukraftwerk Schwabeck einen Generator langsam bis auf 110.000 Volt hoch, um den Transformator auf seine Funktion zu testen", erklärt APG-Betriebsleiter Eduard Gaderer.

Erste Spannungsprobe

Während des Funktionstestes, der immer durchgeführt wird, bevor ein neuer Transformator ins Netz zugeschaltet wird, stand Inbetriebnahmeleiter Markus Mucher in ständigem Kontakt mit dem Draukraftwerk Schwabeck. Während die Mitarbeiter in der Schaltzentrale des Umspannwerkes Obersielach an den Monitoren die Spannungsprobe überwachten, sicherten die Kameraden der zuständigen FF St. Peter am Wallersberg mit Kommandant Günther Verhounig den Transformator. "Es ist seit einigen Jahren Vorschrift, dass die Feuerwehr bei einer Inbetriebnahme aus Sicherheitsgründen dabei sein muss", ergänzt Gaderer.


Weitere Investitionen

Die Inbetriebnahme des neuen, fünf Millionen Euro teuren, Transformators wird übrigens nicht die einzige Investition ins Umspannwerk Obersielach bleiben. "In den nächsten drei Jahren wird die 220 kV-Schaltanlage modernisiert und zusätzlich zu den beiden bestehenden, ist ein dritter 600 Megawatt-Transformator geplant", verrät Gaderer.
Die Investitionen sind unter anderem notwendig, damit das Energienetz mit Lastsprüngen ohne Probleme zurechtkommt. "Durch Wind- und Sonnenenergie, die ins Netz eingespeist werden, kommt es zu diesen Lastsprüngen. Viel Wind und Sonne bedingen eine hohe Belastung, Tage mit wenig Wind und Wolken das Gegenteil. Bei der Wasserenergie ist die Last viel ausgeglichener", erklärt Gaderer.
Der 220 Megawatt-Transformator überstand die Spannungsprobe übrigens ohne Probleme und konnte noch am Donnerstag fix zugeschaltet werden.

ZUR SACHE:


Der moderne 220/110 kV-Transformator ersetzt im Umspannwerk Obersielach ein leistungsschwächeres Gerät aus den 1960er-Jahren. Neben der Leistungssteigerung ist die viel geringere Lärmentwicklung ein weiterer Vorteil des neuen Transformators.

Das Umspannwerk Obersielach hat als Knotenpunkt im APG-Netz eine wichtige Funktion in der gesamtösterreichischen Stromversorgung, insbesondere für den Zentralraum von Kärnten.

Das APG-Netz hat eine Trassenlänge von 3.500 km, das 450 Mitarbeiter instand halten.


Zwei Fragen an Projektleiter Wolfgang Ranninger:


WOCHE: Über welchen Zeitraum erstreckte sich das Transformator-Projekt?
RANNINGER: Die Projektlaufzeit betrug eineinhalb Jahre. Der Transformator wurde bei Siemens in Weiz hergestellt. Auf dem Schienenweg ging es dann bis zum Bahnhof Grafenstein und weiter per Lkw ins Umspannwerk Obersielach.
Verlief das Projekt nach Plan?
Ja, wir konnten nach einer sechswöchigen Aufbauzeit im Umspannwerk Obersielach alles laut Terminplan fertigstellen.

Auch über den Transport des 220 Megawatt-Transformators hat die WOCHE Völkermarkt berichtet: Mehr dazu lesen Sie hier!
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