18.10.2016, 08:12 Uhr

Viele Investitionen in Bärnbach

Bgm. Bernd Osprian mit der Glasfabriks- und Stadtkapelle Bärnbach beim Bierfest (Foto: Cescutti)

Der Bärnbacher Bgm. Bernd Osprian im großen Interview über Gegenwart und Zukunft der Stadtgemeinde.

In den letzten Jahren waren die Schulden der Stadtgemeinde immer wieder ein Thema. Wie sieht die Lage derzeit aus?
Bernd Osprian: Wir haben in den vergangenen Jahren versucht, den Gemeindehaushalt zu konsolidieren und ich darf sagen, dass uns dies auch sehr gut gelungen ist. In den letzten sechs Jahren konnten wir den Schuldenstand von 11,6 Millionen auf 6,6 Millionen Euro reduzieren. Nunmehr stehen neue Investitionen an, wobei wir bereits heuer mit dem geplanten Grundstücks-ankauf im Bereich des ehemaligen Bergbaugebiets Oberdorf zur Errichtung des neuen Bau- und Wirtschaftshofs eine wichtige Investition für die Zukunft in Angriff nehmen.

Was ist da genau geplant?
Osprian: Wir planen, den Standort des städtischen Bauhofs aus dem mittlerweile verbauten Gebiet "Im Winkel" in den Bereich des ehemaligen Bergbaugeländes Oberdorf zu verlegen. Angedacht ist, dass die Stadtgemeinde Bärnbach ein Areal von 9.600 Quadratmetern samt Hallen ankauft. Mit dem Ankauf allein ist es jedoch nicht getan. Es werden noch Umbauarbeiten vorgenommen, damit die einzelnen Werkstätten, Wasserwerk, Tischlerei und das Bürogebäude entsprechend ausgestattet werden können. Für den bisherigen Bauhof konnte mit der Siedlungsgenossenschaft Köflach und ihrer Tochter Vobis Kommunalbau ebenfalls ein Käufer gefunden werden.

Das wird nicht die einzige Investition in Zukunft sein, oder?
Osprian: Nein. 2017 wird der Ausbau des Hochwasserschutzes entlang der Kainach - beginnend von der Gemeindegrenze zu Voitsberg bis zur Höhe der Firma Remus - vorangetrieben. Zur besseren verkehrstechnischen Erschließung der ÖDK-Flächen gibt es Pläne im Bereich der Packer Straße einen weiteren Kreisverkehr zu errichten. Mit dem Einbau eines Liftes wollen wir 2017 die barrierefreie Erreichbarkeit des Stadtamtes sicherstellen.

Und langfristig?
Pläne für 2018 gibt es bereits auch. 2018 soll das Projekt der Teilsanierung der Volksschule Bärnbach samt Musikschule in Angriff genommen werden. Mittlerweile liegt ein Entwurf für eine optimale funktionelle Einteilung der Klassen und sonstigen Räume vor. Fest steht, dass durch eine entsprechende Aufteilung der Räumlichkeiten zwischen Volksschule und Musikschule auch geeignete Räumlichkeiten für eine Nachmittagsbetreuung in der Volksschule zur Verfügung gestellt werden können. Darüber hinaus wird die Volksschule bzw. Musikschule durch einen angedachten Zubau künftig auch barrierefrei erreichbar sein. Ebenfalls in das Konzept der Sanierung fließen aktuelle Überlegungen den Brandschutz betreffend ein, weiters Wärmedämmmaßnahmen und auch der Austausch der bestehenden Fenster sowie die Fassadenneugestaltung sind ein großes Thema.

Zurück in die Gegenwart. Der Zuzug ist ungebrochen.
Osprian: Wir haben sehr viele junge Leute in Bärnbach. Das wirkt sich positiv auf unsere Kinderbetreuungseinrichtungen aus, die alle sehr gut ausgelastet sind. Die Volksschule Afling kann heuer wieder vierklassig geführt werden, auch eine Nachmittagsbetreuung wird angeboten. Die neue Kinderkrippe, die wir im Frühjahr eröffnet haben, ist ebenfalls voll ausgelastet. Weiters bieten wir auch im Kindergarten eine Nachmittagsgruppe an, die sehr gut angenommen wird. Der Kinderbetreuungsatlas der AK hat uns das beste Zeugnis ausgestellt.
Dazu haben wir uns als Wohn- und Wohlfühlgemeinde etabliert und es werden laufend neue Wohnungen gebaut. Zwei Wohnbauträger interessieren sich für gute Lagen in Bärnbach. Da haben wir das Glück, dass wir noch viele zentrumsnahe Grundstücke zur Verfügung haben.

Saniert wurde heuer auch?
Osprian: Jedes Jahr werden Straßenstücke saniert, heuer waren es die Hochtregister Straße und die Bergstraße. Ergänzend dazu wurden heuer im Rahmen der Gräderaktion ca. 12 Straßenkilometer im Ortsteil Piberegg adaptiert. Der Kanalbau ist bis auf Restgebiete im Bereich Lichtenegg, Marienschacht und Schrapfberg - für diese Gebiete wurde bereits um die wasserrechtliche Bewilligung angesucht - abgeschlossen. Auch in unserem Schlossbad müssen wir jährlich umfangreiche Instandhaltungs- und Erneuerungsmaßnahmen setzen und so wurde heuer eine neue Chlorgasanlage um rund 30.000 Euro installiert. Im Rahmen des Projektes "Sicherheit am Schulweg" hat sich unsere Gemeinde mit der Volksschule Bärnbach und dem Elternverein die Schulwegsituation im Detail angeschaut. In diesem Zusammenhang wurde ein Folder mit "kindersicheren" Schulwegen samt ausgewiesenen "Elternhaltestellen" erarbeitet. Das öffentliche WC im Rathaus wird komplett renoviert und umgebaut und ist unmittelbar vor der Fertigstellung.

Spüren Sie als Bürgermeister von Bärnbach eine Aufbruchstimmung?
Osprian: Ja, die gibt es definitiv. Unsere Leitbetriebe wie STS-Formtechnik GmbH, Binder-Energietechnik GmbH, Quarzolith, Remus oder Stölzle-Oberglas GmbH suchen neue Mitarbeiter und/oder investieren kräftig. Auch in der ganzen Kernregion sind teilweise sehr große Projekte im Entstehen. Das stimmt mich doch sehr zuversichtlich. In diesem Zusammenhang möchte ich auch auf unser umfangreiches Kultur- und Festprogramm bis Weihnachten hinweisen. Andreas Albrecher und sein Team haben wieder ein vielfältiges Programm mit Hilfe unserer Vereine zusammengestellt. Der Advent wird in Bärnbach wieder sehr stimmungsvoll.
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