01.05.2016, 11:26 Uhr

Jahrhunderfrost trifft die Lipizzanerheimat

Nass-Schnee und Frost ergeben einen Ernsteausfall beim Wein von 80 bis 100%. (Foto: KK)

Das Ausmaß der Schäden wird langsam sichtbar, beim Wein sind es Ausfälle von 80 bis 100%.

Der "worst case" ist eingetreten. Durch den Nass-Schnee vom Mittwoch und die neuerliche Frostnacht auf Donnerstag wurde in den Weingärten der Lipizzanerheimat die Weinkulturen zwischen 80 und 100% total beschädigt. "Was das für die Zukunft heißt, brauche ich wohl nicht mehr näher zu erläutern", meinte Winzer Franz Herbst aus Ligist. Denn die zweite Nacht erwischte auch die höheren Lagen massiv, die in der ersten Frostnacht noch so halbwegs davongekommen waren.

Die gesamte Steiermark betroffen

Den Gesamtschaden in der Steiermark beziffert die Landwirtschaftskammer mit rund 125 Millionen Euro liegen. "Wir sprechen hier von einem Jahrhundertfrost", formulierte es Herbst. "Es ist eine einzige Katastrophe." Der Nass-Schnee riss mehrere hundert Hektar Hagelnetze in der Steiermark zu Boden und knickte die darunterliegenden Obstbäume um. 1.000 Hektar an steirischen Weinkulturen, ein Viertel der Anbaufläche, ist total geschädigt. 95% der steirischen Hopfenkulturen sind kaputt. Die Leittriebe sind abgefroren, es ist ungewiss, ob eine Regeneration möglich ist. Der Mais ist auf 800 Hektar zur Gänze abgefroren, hier ist aber ein Wiederanbau möglich. 3.000 Hektar Kürbis - ein Sechstel der Anbaufläche - ist stark frostgeschädigt. 300 Hektar Soja sind kaputt, ebenso Gemüse, Baumschulpflanzen und Christbaumkulturen.
LWK-Franz Titschenbacher verlangt Hilfe aus dem Katastrophenfonds und fordert eine Betriebsmittelkreditaktion des Bundes und die Stunden von Kreditraten. "Die Bauern können diese Arbeiten nicht mehr alleine stemmen", so Titschenbacher.
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