03.08.2016, 10:47 Uhr

Neues Einbahnkonzept für das Cottage-Viertel

Udo Guggenbichler und Georg Köckeis (FPÖ) an der Kreuzung Hofstattgasse, die zur Einbahn stadtauswärts wird: "Ein vorprogrammiertes Chaos!"

Zeitgleich mit dem Parkpickerl kommt auch eine neue Verkehrsorganisation für das Cottageviertel.

WÄHRING/DÖBLING. Die Vorbereitungen für die Einführung der Park-raumbewirtschaftung am 5. September in Währing laufen auf Hochtouren. Beträchtliche Veränderungen bringt das Pickerl im Cottage mit sich. Dort müssen einige Straßenzüge zu Einbahnen gemacht werden.

Der Grund: Viele Gassen sind eigentlich zu schmal, als dass dort Parken auf beiden Seiten erlaubt wäre. Gemacht wird es aber trotzdem. Das hat bislang auch niemanden gestört, doch jetzt, wo die Parksheriffs kontrollieren, ob legal geparkt wird, überprüfen sie auch die Fahrbahnbreite. Eine mögliche Lösung: Man macht die Straße zu einer Einbahn, dann darf die Fahrbahn schmäler sein. "Denn bei einer Einbahnregelung ist das beidseitige Parken bei ausreichendem Fahrbahnquerschnitt fast überall im Viertel möglich", sagt die Sprecherin der Abteilung für Verkehrsorganisation der Stadt.

Viele Straßen betroffen

Für diese Möglichkeit hat sich Bezirksvorsteherin Silvia Nossek (Grüne) entschieden. Davon betroffen sind mehrere Straßen im Cottageviertel. Die wichtigsten: Die Weimarer Straße wird zwischen der Hasenauerstraße und der Gentz-gasse eine Einbahn Richtung Süden, die Cottagegasse im gleichen Abschnitt Richtung Norden. Die Sternwartestraße und die Colloredogasse werden ab der Gymnasiumstraße Richtung Stadtgrenze zur Einbahn, die Anastasius-Grün-Gasse bis zur Gymnasiumstraße Richtung Innenstadt. Das Radfahren bleibt überall in beide Richtungen erlaubt.

"War immer illegal"

Die Bezirkschefin betont, dass die Situation ohnehin gelöst werden müsse, denn auch verärgerte Anrainer könnten die illegal Parkenden anzeigen. Am Schafberg sei das schon vorgekommen. Einen direkten Zusammenhang mit dem Parkpickerl sieht sie nicht.

Anders die Währinger FPÖ: Gemeinderat Udo Guggenbichler und der Währinger Klubobmann Georg Köckeis sprechen von einem "Einbahnzirkus" und befürchten, dass der Verkehrsabfluss aus Währing erschwert werde. Sie glauben, dass 200 Parkplätze verloren gehen werden, weil das Radfahren gegen die Einbahn es notwendig macht, Ausweichbuchten zu schaffen. Fazit: Würde das Parkpickerl nicht eingeführt werden, wäre das alles nicht notwendig. Und die Währinger, erinnern sie, hätten sich in zwei Umfragen gegen das Pickerl ausgesprochen.

Mehr oder weniger?

Die Rechnung von Silvia Nossek sieht ganz anders aus: Es würden nicht nur keine Parkplätze verloren gehen, es würden sogar neue geschaffen. Die notwendigen Ausweichbuchten – damit Radler und Autos aneinander vorbeikommen – "werden in vorhandenen Haus- oder Garageneinfahrten angelegt". Dafür müssten also keine Stellplätze wegfallen.

Gilt ab Mitte September

Die Markierungen für die Einbahnen werden ab Mitte August angebracht, bis Mitte September soll alles fertig sein. Ab dann ist die neue Regelung gültig. Zwischen der Einführung des Pickerls am 5. September und dem Start für die Einbahnregelung kann sich Nossek eine Kulanzperiode vorstellen, damit es nicht zu unnötigen Strafen kommt.

Die neue Regelung wird sich auch auf den Nachbarn Döbling auswirken. "Wir werden ruhig abwarten und dann an eine Problemlösung gehen", erklärt der Döblinger Bezirksvize Daniel Resch (ÖVP).
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