05.09.2016, 11:45 Uhr

Parkpickerl in Währing: Es ist soweit, aber gestraft wird noch nicht

Behelfslösung hinter einer Windschutzscheibe: "Parkpickerl wurde bestellt + bezahlt, aber noch nicht zugeschickt."

Ab heute gilt die Parkraumbewirtschaftung im 18. Bezirk. Alle Autobesitzer haben das noch nicht mitbekommen. Sie werden bis Donnerstag geschont.

WÄHRING. Aufgeregte Kinder mit großen Schultüten sorgen für bunte Farbtupfer an diesem eher grauen Montagmorgen. Doch nicht nur für die Taferlklassler ist heute alles neu, auch die Währinger Autofahrer müssen sich umstellen: Ab heute gilt die flächendeckende Kurzparkzone im Bezirk - Parkpickerl oder Parkschein sind Pflicht.

"Ich merke schon, dass es ruhiger geworden ist", meint eine Frau und wirft noch einen Blick die Schulgasse hinab: "Es sind doch einige Parkplätze frei." Sie selbst hat einen Garagenplatz und das hitzige Hin und Her rund um das Pickerl eher leidenschaftslos verfolgt. Ganz anders ein weiterer Passant: "Was, ist das jetzt schon durch? Na super, ich stell mein Auto sicher nicht mehr hier ab. Das bleibt jetzt in Floridsdorf." Nur wenige der etwa 17.300 Währinger Pkw-Besitzer werden es ihm gleichtun und ihr Fahrzeug einfach nicht mehr im Wohnbezirk abstellen. Gerechnet wird mit etwa 13.000 Parkpickerln.

Informationszettel statt Strafmandat

Dass diese aber noch längst nicht alle eingetroffen sind, zeigt ein Rundgang durch das Kreuzgassen-Viertel. An etwa zwei Dritteln der Autos klebt ein nagelneues Pickerl, in einigen wenigen liegt ein Parkschein. Ob der Rest per Handy-App zahlt oder mit einer Strafe rechnen muss, ist ungewiss. Die Autofahrer, an denen die Briefe und Informationsveranstaltungen zur Parkraumbewirtschaftung vorübergegangen sind, bekommen aber noch eine Chance: "Im Moment hinterlegen wir Informationszettel und noch keine Strafmandate", sagt ein Polizeisprecher. Drei Tage lang dauert die Schonfrist, bevor am Donnerstag gestraft wird. In Währing werden etwa 20 bis 25 Parksheriffs pro Tag im Einsatz sein.

In der Kreuzgasse jedenfalls gibt es in der Früh einige Parklücken. Auch in der Bezirksvorstehung sind schon ein paar E-Mails eingetrudelt, die diesen Eindruck bestätigen: "Menschen schicken Fotos von halbleeren Gassen und bedanken sich", sagt Bezirksvorsteherin Silvia Nossek (Grüne), die für die Einführung des Pickerls verantwortlich ist. Richtig spannend wird es aber erst am Abend, meint ein junger Mann: "Die großen Probleme hatte ich bei der Parkplatzsuche vor allem, wenn alle aus der Arbeit nach Hause kommen." Ob die angekündigte Erleichterung dann eintritt, wird sich weisen.
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