28.04.2016, 15:29 Uhr

Semmelweis-Areal: Mitreden ja, aber nicht wirklich

Das Semmelweis-Areal ist ein Dauerbrenner in der Währinger Bezirkspolitik. Diesmal: Grün und Rot verärgern Blau. (Foto: bz)

Das Bürgerbeteiligungsverfahren zum Semmelweis-Areal sorgt wieder für Ärger. Grün und Rot haben einen Vorstoß der FPÖ abgelehnt.

WÄHRING. Die Frage, wie die drei verbliebenen Pavillons auf dem Semmelweis-Areal künftig genutzt werden sollen, erhitzt die Gemüter: In der vergangenen Bezirksvertretungssitzung haben Grün und Rot einen FPÖ-Antrag zur Bürgerbeteiligung niedergestimmt. "Die Möglichkeit, mitzugestalten, wird mit Füßen getreten", sagt FPÖ-Bezirkschef Udo Guggenbichler zur bz.

Die – etwas komplexe – Vorgeschichte: Drei der sechs Pavillons auf dem Areal der früheren Semmelweis-Klinik sind schon verkauft. (Ob dabei alles mit rechten Dingen zuging, ist umstritten.) Jetzt wird über die Nachnutzung der anderen drei Pavillons gestritten. Die FPÖ wünscht sich, dass die Bürger mitreden, wie die Gebäude künftig genutzt werden. Guggenbichler will die Bezirksbewohner um Ideen, Pläne und Wünsche bitten. Schließlich gehe es "um öffentliches Gut". Dass die Stadt die Pavillons verkauft, sei "für uns nicht zwingend nötig", sagt er. Er könne sich am Areal auch ein Senioren- oder Gesundheitszentrum vorstellen.

Nossek: "Falsche Hoffnungen"

Und tatsächlich: Die grüne Bezirksvorsteherin Silvia Nossek will die Bürger nicht in die Überlegungen zur Nachnutzung einbinden. Begründung: Dies wäre "bloß Beschäftigungstherapie". Es sei "unrealistisch, dass eine der Ideen der Bürger umgesetzt wird", sagt sie zur bz. Man würde so nur "falsche Hoffnungen" wecken. Die Stadt, so Nossek, habe zu wenig Geld, um die Pavillons zu erhalten. Sie fordert aber, dass die Pavillons "nicht verkauft, sondern im Baurecht vergeben werden".

Und die Bürger? Die sollen schon mitreden. Aber nur, wenn es um "öffentliche Durchgänge" durchs Areal geht. Diese sollen, so Nossek, erhalten bleiben. Der FPÖ ist das zu wenig: "Grün und Rot sind in Sachen direkte Demokratie nicht lernfähig", so Guggenbichler.
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