14.04.2016, 09:35 Uhr

Ein untragbares Risiko für Patienten

Leserbrief von Reinhard Puchinger zur Schließung der Geburtenstation Waidhofen

Mit Erstaunen las ich, dass Nationalratsabgeordnete Martina Diesner – Wais posaunt: “Jeder Schritt für das Waldviertel ist wichtig!“ Da ging es um die Beschilderung der Autobahnabfahrt bei Freistadt.

Dass eine Beschilderung wichtig ist, ist schon klar, allerdings frag ich mich, ob nicht der Einsatz der Politiker für eine medizinische Grundversorgung wichtiger wäre? Sind Touristen wichtiger als die hier lebenden Menschen? Ist eine Partei noch wählbar, die vorgibt, für die Menschen zu arbeiten, aber in wichtigen Bereichen die Bewohner der Region dem Zentralisierungs- und Gewinnoptimierungswahn opfert? Da frag ich mich, wer will ins Waldviertel ziehen, oder da bleiben, wenn jetzt auch, wie im aktuellen Fall, die Geburtenstation und Gynäkologie in Waidhofen an der Thaya geschlossen wird?

Die Experten berücksichtigten für die nochmalige Prüfung nur die Angaben der Klinikenholding, ohne die reale Situation im Waldviertel einzubeziehen. Viel zu lange Fahrtzeiten, ein unzureichendes öffentliches Verkehrsnetz bringen ein untragbares Risiko für die Patienten und höhere Aufwendungen für Untersuchungen und Besuche.

In der Schweiz gibt es ungefähr so viele Krankenhäuser wie in Österreich, allerdings bei der halben Grundfläche und etwa gleich großer Bevölkerung!
Es grenzt an Gemeinheit wenn argumentiert wird, dass die Geburtenstation keine gute Arbeit geliefert hätte. Ich komme mir da als Bürger dieses schönen, reichen Landes ordentlich veräppelt vor, um es gelinde auszudrücken!

Politiker, setzt euch für die Menschen der Region ein, die nächste Wahl kommt bestimmt!
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