15.03.2016, 00:00 Uhr

Holzhäuser sind für die Ewigkeit

In der Zimmerei werden Holzriegel zu ganzen Wänden verdübelt.

Warum ein Holzhaus genau so langlebig ist wie jene aus Stein und sogar Geheimdienste auf die Eigenschaften von Holz setzen erklärt Holzbau-Profi Erwin Longin.

DOBERSBERG. "Es gibt 800 Jahre alte Kirchen aus Holz, die heute immer noch stehen. So alt ist kein Ziegelbau, weil es den Ziegel gar nicht so lange gibt", erklärt Erich Longin aus Dobersberg. Der Geschäftsführer des gleichnamigen Unternehmens ist auf Holzbau spezialisiert. 20 bis 30 Häuser aus dem natürlichen Rohstoff stellen die rund 50 Mitarbeiter pro Jahr auf.

Ohne künstliche Hilfsmittel

Die Besonderheit: die eigens entwickelte Bauweise kommt ohne Leim oder andere künstlich erzeugte Hilfsmittel aus. Dabei werden Holzriegel einfach ineinander verdübelt, indem man die unterschiedlichen Ausdehnungseigenschaften der Hölzer nutzt. Vereinfacht gesagt werden Bretterstapel aus Fichtenholz nur durch Buchendübel fest verbunden.

Holz ist zäh

Der Werkstoff Holz hat für Longin einige sehr besondere Eigenschaften, die es von Beton, Stein oder Ziegel unterscheiden. "Holz löst keine Allergien aus, fühlt sich immer warm an und reguliert das Raumklima", so der Fachmann, der gleichzeitig mit einigen Mythen aufräumt. "Holz kann man auch im Nassbau einsetzen, sonst gebe es wohl keine Boote. Holz ist außerdem gegenüber Chemikalien resistent. Ein Holzhaus ist genau so langlebig wie jedes andere, wenn man es richtig behandelt. Holz ist eben kein Billigwerkstoff, aber die Qualität liegt in den Eigenschaften". Mit dem technischen Fortschritt sei es mittlerweile sogar ohne weiteres möglich Hochhäuser aus Holz herzustellen. Die reine Fertigung eines Holzhauses dauert etw acht bis zwölf Wochen. "Es ist ohne Weiteres möglich ein Holzhaus vom Beginn der Planung bis zum Einzug in einem halben Jahr zu bauen", so Longin.

Holz sorgt für regionale Wertschöpfung

Fast alle Bauteile werden im heimischen Sägewerk und der Zimmerei hergestellt. Reißbrett-Häuser aus dem Katalog kommen für Longin aber nicht in Frage. Wer es ganz ökologisch will, kann seine Fassade sogar mit Lehm auf Schilfrohr verputzen.

"Holz ist ein Werkstoff, der regionale Wertschöpfung schafft. Der Rohstoff kommt aus der Region und das Geld bleibt in der Region und wird auch hier wieder investiert", so Longin.

Ein weiteres Detail am Rande: sogar Geheimdienste haben die Eigenschaften von Holz erkannt und wissen sie zu nutzen. "Eine Zelle aus 80 Zentimeter starken Lärchen-Riegeln ist absolut abhörsicher und schalldicht. Das Holz schirmt einfach alles ab".
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.