14.07.2016, 15:45 Uhr

Museum der Schwarzen Kunst: Auf Gutenbergs Spuren

Karl Wohnudek beim Drucken an einem „Anger-Tiegel“. Diese Druckmaschine wurde um das Jahr 1890 in Wien gebaut. (Foto: privat)

Karl Wohnudek ist Drucker aus Leidenschaft. Sein Museum in Waidhofen deckt die Geschichte des Buchdrucks ab - von Gutenberg bis heute.

WAIDHOFEN. Zu einem Sommerfest der besonderen Art lud das Ehepaar Ingrid und Karl Wohnudek ehemalige Arbeits- und Berufskollegen in die Rudolf Winglhoferstraße.

Der seit einigen Jahren im (Un)ruhestand befindliche, gelernte Buch- und Flachdrucker ist ein unbestrittener Meister seines Fachs. Er hat in jahrelanger mühevoller Kleinarbeit historische Objekte rund um den Buchdruck für seine private „Museums-Druckerei“ zusammengetragen und liebevoll restauriert.
Die vielen verschiedenen Setzkästen bergen Schriften, bestehend aus einzelnen Bleilettern, sorgsam nach System in den Fächern verteilt. Daneben gibt es Holzschriften in vielen Größen, vornehmlich für die Herstellung von Plakaten.

Die verschiedenen Maschinen und Druckwerkzeuge sind keine stummen Zeugen längst vergangener Zeiten, sondern führen die Arbeitsmethoden in lebendiger Form praktisch vor. Davon konnten sich die Gäste überzeugen, bot sich doch die Gelegenheit, das eine oder andere „persönliche Druckerzeugnis“ selbst herzustellen.

Im Museum befindet sich auch sein persönlicher „Gautschbrief“. Damit wird beurkundet, dass man nach dem Ende der Lehrzeit „gegautscht“ und so zu einem Jünger Gutenbergs wird.

Dabei wird man im Rahmen einer Zeremonie in einem großen Wasserschaff untergetaucht oder auf einen nassen Schwamm gesetzt. Das geht zurück auf einen alten Buchdruckerbrauch, der bis ins 16. Jhdt. zurückreicht. Damit soll man von den schlechten Gewohnheiten und Sünden der Lehrzeit „reingewaschen“ werden. Der Gautschbrief wurde im Jahre 1966, also vor genau 50 Jahren ausgestellt.

Dieses „Museum der Schwarzen Kunst“ existiert bereits einige Jahre, der Hausherr und „Prinzipal“ hatte es jedoch in den letzten Monaten wegen der immer zahlreicher werdenden Exponate räumlich erweitert und die Neugestaltung anschaulich präsentiert. Das war auch der Anlass für diesen interessanten und gemütlichen Nachmittag.
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