13.06.2016, 03:27 Uhr

NEF 141 muss in Raabs bleiben

Dr. Karlheinz Schmidt (Mitte) und seine Mitstreiter, die sich für den Erhalt des NEF-Stützpunktes stark machen.

Durch Neustrukturierung des Notarztsystems droht Unterversorgung im Bezirk. Betroffen ist auch Horn.

RAABS. Die Notfallversorgung wird in NÖ neu strukturiert. Derzeit gibt es 32 Notarzt-Stützpunkte, jeder hat mit dem Roten Kreuz oder dem Samariterbund einen Vertrag. Diese Verträge laufen Ende 2016 aus.

Künftig wird es acht "Versorgungsregionen" geben. Fraglich ist derzeit, ob es mit Anfang 2017 das Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) mit Standort Pflegeheim noch geben wird. "Das Aus für diesen Stützpunkt wäre eine Katastrophe, weil eine Region mit achtzehntausend Einwohnern unterversorgt wäre", sagte Dr. Karlheinz Schmidt, Allgemein- und Notfallmediziner, bei einer Pressekonferenz am Samstag im Pflegeheim.

Die betroffenen Gemeinden im Bezirk Waidhofen/Thaya sind Raabs, Dobersberg, Ludweis-Aigen, Groß Siegharts, Dietmanns, Karlstein, Waldkirchen, Gastern und Kautzen, im Bezirk Horn Drosendorf, Japons, Geras und Langau.

Einer der NEF-Notärzte der ersten Stunde ist auch Dr. Kiril Kirilov, Anästhesist im Landesklinikum: "Wir sind eine fahrende Intensivstation und wenn der Notarzt aus Waidhofen einen Herzinfarkt-Patienten bis nach St. Pölten begleitet, dauert das drei bis vier Stunden." Gibt es in diesem Zeitraum einen Notfall in Schaditz, "ist der NEF ein gleichwertiger Ersatz".

Bestätigt wurde dies von Reinhard Buchtele. Am 31. Oktober 2013 bekam er um 19 Uhr starke Brustschmerzen und ersuchte seine Frau, ihn ins Pflegeheim zu bringen: "Als wir ankamen, wurde ich bewusstlos. Ich hatte einen Herzinfarkt, wurde bestens erstversorgt. Ohne NEF wäre ich tot."

Für Heimdirektor Erich Weißkirchner ist "der Notarzt im Haus deshalb eine Bereicherung, weil unsere Bewohner in der Nacht bei Bedarf ärztlich versorgt sind". Der Geschäftsführer der Bezirksleitstelle des Roten Kreuzes, Bernhard Schierer, betonte die gute Zusammenarbeit, obwohl "wir am Anfang skeptisch waren, hat sich das System bewährt. Dr. Schmidt kümmert sich um den Dienstplan und unsere Notfallsanitäter arbeiten gerne hier".

Ein deutliches Signal setzten die Bürgermeister des Bezirkes mit ihrer Anwesenheit bei der Pressekonfernz. Ihr Credo heißt "Gemeinsame parteiübergreifende Sachpolitik".
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