31.05.2016, 00:00 Uhr

Neuriegers: Müllverbrenner zündeln wieder

Maschinenteile finden sich an den Brandstellen.

Anrainer besorgt: In der Grenzregion lodern wieder zahlreiche Feuer. Müll und sogar ganze Maschinen werden verbrannt.

NEURIEGERS. Wieder schlagen mehrere Anrainer aus Neuriegers Alarm: es brennt wieder in dem kleinen Dorf an der Grenze zu Tschechien.

Anrainer berichten, dass seit mittlerweile wieder gut einem Jahr im großen Stil Abfall rund um den Ort verbrannt wird. "Es artet schon in einen Umweltskandal aus", berichten Dorfbewohner. Regelmäßig brennen Feuer. Verbrannt wird alles, was nicht mehr brauchbar ist. "Plastiksäcke, Dosen, Altpapier. Sogar Maschinenteile, Spraydosen und alte Reifen werden angezündet".

Mancher Anrainer fürchtet gar um seine Sicherheit, sollte einmal eines der Feuer außer Kontrolle geraten: "Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der ganze Grünstreifen abbrennt". Auf frischer Tat hat die Zündler noch niemand ertappt, Spaziergänger und Radfahrer entdecken nur immer wieder neue Flecken verkohlter Erde.

Dabei sollen die Feuer teilweise sogar auf tschechischem Staatsgebiet angezündet werden. "Einmal ist sogar das Schild "Achtung Staatsgrenze" auf tschechischer Seite verkohlt gewesen", so Augenzeugenberichte. Umweltbewusste sorgen sich unterdessen um seltene Tierarten in der Gegend: ganz in der Nähe der Brände soll der bedrohte Eichelheher nisten.

"Ich verstehe das nicht, jeder kann doch mit seinem Müll zur Deponie fahren. Anzünden muss ja wirklich nicht sein!" ärgert sich eine Anrainerin.

Durch die Bezirksblätter-Recherchen auf die Müllverbrennungen in Neuriegers aufmerksam gemacht, will sich auch die Bezirkshauptmannschaft einschalten, wie der stellvertretende Bezirkshauptmann Markus Peham mitteilte. Man werde vor Ort recherchieren und auch die Polizei hinzuziehen. "Im vorliegenden Fall besteht der Verdacht, dass von der Bezirkshauptmannschaft zu bearbeitende Verwaltungsübertretungen nach dem Abfallwirtschaftsgesetzt sowie dem NÖ Naturschutzgesetz und dem Bundesluftreinhaltegesetz, möglicherweise auch nach dem Wasserrechtsgesetz oder dem Forstgesetz (sofern Wald betroffen
ist) erfüllt sind", so Peham.

Bereits im Jahr 2013 trieb ein Zündler in dem Dorf sein Unwesen. Immer wieder gingen an Feldrainen und Wegen Dinge in Flammen auf. Sogar Kühlschränke und Waschmaschinen wurden damals einfach verbrannt.

Zur Sache - Illegale Abfallentsorgung

Laut Abfallwirtschaftsgesetz drohen allein für das illegale Abladen von Abfällen Strafen von 730 bis 36.340 Euro. Das Verbrennen nicht biogener Materialien wird laut Luftreinhaltegesetz mit bis zu 3.630 Euro bestraft.
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