26.07.2016, 08:46 Uhr

Der Herr Doktor als Scharfschütze

Der neue Landesmeister im Großkaliber-Pistolenschießen: Oberarzt Kurt Dörre (Foto: Landeskliniken Holding)

Oberarzt Kurt Dörre Landesmeister der Großkaliber-Pistolenschützen

WAIDHOFEN. Der am Landesklinikum Waidhofen tätige Facharzt für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Oberarzt Kurt Dörre, konnte sich bei den heurigen Landesmeisterschaften der Großkaliber-Pistolenschützen in seiner Klasse den ersten Platz sichern.

Kurt Dörre ist seit vielen Jahren leidenschaftlicher Sportschütze. Aufgewachsen in einem Forsthaus mit angeschlossenem Schießplatz, erlernte er schon in jungen Jahren das Scheibenschießen und trainiert aktuell beim HSV Allentsteig. Bei den nun stattgefundenen Landesmeisterschaften der Großkaliber-Pistolenschützen konnte er in der Klasse Senioren II mit 584 von 600 möglichen Punkten den ersten Platz erringen.

„Waffenbesitzer werden oft scheel angesehen, jedoch zu Unrecht“, meint der neue Landesmeister. „Legale Waffenbesitzer benötigen eine Waffenbesitzkarte, sind damit behördlich registriert und werden regelmäßig überprüft. Das Training findet ausschließlich auf zugelassenen Schießplätzen statt. Es ist ein Sport, der körperliche und mentale Anforderungen stellt, und nichts mit „Herumballern“ zu tun hat.“

Einer der wichtigsten Punkte beim Schießen ist die Beherrschung des eigenen komplexen Bewegungsablaufs. Ein stabiler ruhiger Stand, das feste Halten der Waffe und gleichzeitig ein „leichter“ Abzugsfinger sind notwendig, auch das richtige Zielen muss gelernt werden. Bei den 20-Sekunden-Serien hat der Schütze für die Abgabe von 5 Schüssen nur 20 Sekunden Zeit, danach dreht sich die Scheibe weg, man muss also dieses Zeitfenster optimal ausnützen.

Im Wettkampf ist dann die mentale Verfassung entscheidend: Es geht um Konzentrationsvermögen und Stressmanagement. Siegeswille ist notwendig, zu viel Anspannung erlaubt jedoch keine ruhige Schussabgabe. Entspannungstechniken, z.B. die progressive Muskelrelaxation nach Jacobson und Atemtechniken zwischen den einzelnen Serien helfen bei der Regulation des Stress-Pegels.

Hier zeigen sich für den Anästhesisten Parallelen zum Beruf, da Stressmanagement in der Anästhesie und Notfallmedizin eine große Rolle spielt. „Vieles kann man darüber lesen oder Seminare besuchen, aber die Kontrolle über den eigenen Stress-Pegel bleibt die große Herausforderung“, so der frischgebackene Landesmeister.
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