05.09.2016, 10:15 Uhr

Monster-Traktoren ließen die Erde in Rappolz beben

Tractor Pulling: Der stärkste Motorsport der Welt und der Ursound mehrerer 12-Zylinder begeisterte 4.500 Zuschauer

RAPPOLZ. Das letzte Ferienwochenende wurde aus Sicht aller Motorsportbegeisterten zum Highlight des heurigen Sommers. Tractor Pulling ist in Deutschland und Holland ein Massensport – zumindest in Sachen Publikumsinteresse. In Österreich fristet der stärkste Motorsport ein eher mageres Dasein. Doch im Waldviertel ist vieles anders, und so fanden am letzten Wochenende mehr als 4.500 Zuseher den Weg in das Dynamite Tours Areal und waren bei der Abreise sicher, den stärksten Motorsport erlebt zu haben.
Tausende Pferdestärken gaben den Ton im Dynamite Tours Areal an. Am Sonntagmorgen gab es praktisch zum Aufwärmen die Finalläufe der Garden Pullers.

In der Garden Pullers Standard Klasse holte sich Lukas Mehlsak auf Captain Jack den Sieg vor Felix Lamprecht auf Mini Aspirateur, und Philip Seiberl auf Cerberus vervollständigte das Siegerpodest der jüngsten Puller, die mit rund 20 PS an den Start gehen, um den Bremswagen ordentlich über die Bahn zu ziehen.

Bei den Garden Puller der freien Klasse bis 500 kg verfügen die Tractoren über rund 180 PS und einen höllischen Sound. Hier konnte sich im ersten Stechen Ilse Muhri mit ihrem Opel Beinhart durchsetzen, sie zog den Bremswagen auf 88,41m. Ihr am nächsten kam Manuela Brotschneider auf Jolly Joker (83,56m), und Rang drei konnte Mario Zottel auf Blue Lightning mit 77,68m erreichen.

Mit bis zu 950 kg Kampfgewicht gehen die Mini Puller auf die Bahn, die Leistung dieser Fahrzeuge bewegt sich schon im Bereich um 2000 PS, und der Klang dieser V8 Chevy oder V12 Rolls Royce Motoren ist schon ein Kapitel für sich. Karl Pühringen mit Pegasus II konnte nach einem Full Pull im ersten Lauf im Stechen den Bremswagen auf 91,29 m ziehen und sich so den Sieg sichern. Maik Straatman auf Piecemaker stand nach 84,87 m und holte sich so den zweiten Klassenplatz. Rang drei ging Andrea Hochstöger in Hell Fire II mit 61,85 m.

Gert Esselink (NL) zeigte den stärksten Fendt. Hurricane fußt auf einem Fendt 930 und verfügt über rund 3000 PS – in einem Showrun ging das Ding unglaublich ab und verstand es, die Zuseher zu begeistern.

Stolze 2,5 Tonnen bringen die Traktoren auf die Waage. In dieser Klasse siegte Karl Helmbrecht (D) auf Finale Destination mit 112,5m. Dahinter platzierten sich Martin Kustermans (NL) mit 105,05m auf Rang zwei und Markus Lackner (AUT) auf Stoa Reissa auf Rang drei.

Die freie Klasse mit bis zu 3,5 Tonnen beherrschte Alessandro Rocco (Italien) auf Four no Hemi (hier mit drei Motoren), er zog im Stechen den Schlitten raus auf 113,81m. Manfred Obruly auf L'Aspirateur konnte mit seinen drei Düsentriebwerken dem italienischen Kraftpaket mit 100,33m am nächsten rücken. Rang drei belegte Michael Dickmann (D) auf Flying Hawk mit 88,88 m.

Die Königsklasse stellt die 4,5 Tonnen Klasse dar, und hier ging Alessandro Rocco mit Four no hemi mit vier V8 Motoren und rund 10.000 PS an den Haken des Bremswagens. Der Sieg mit 100,51m im Stechen war ihm nicht zu nehmen, konnte doch Manfred Obruly auf L'Aspirateur im Stechen nicht pullen, da eine Turbine den Dienst verweigerte und er so Rang zwei belegte. Dritter wurde wie in der 3,5t Klasse Michael Dickmann (D) auf Flying Hawk.
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