17.08.2016, 15:26 Uhr

Olympia, Olympia! Wie Baumi gegen Foreman boxte

Kurt Baumgartner zieht heute noch gerne die alten Boxhandschuhe an. Er hilft beim Training von Amateurboxern. (Foto: SZ, Schwäbische Zeitung)

Die Olympischen Spiele in Rio müssen ohne Waidhofner auskommen. Macht nichts, Kurt Baumgartner kann ohnehin niemand das Wasser reichen.

PFAFFENSCHLAG. Die Olympischen Spiele in Rio sind voll im Gange. 71 Sportler versuchen die rot-weiß-rote Fahne in Ehren zu vertreten, darunter sind auch 13 Niederösterreicher. Die Bezirksblätter stellten sich die Frage: Wieviel Olympia steckt eigentlich in unserem Bezirk?

Die Antwort: mehr als man anfangs denkt! Zwar sind aktuell keine Sportler aus dem Bezirk bei den Olympischen Spielen vertreten, aber dennoch ist Rio auch in Waidhofen spürbar.

Der legendäre Baumi

Eine wahre Legende, was die Olympischen Spiele betrifft ist Kurt "Baumi" Baumgartner. Baumgartner wurde 1943 in Kleingöpfritz (Gemeinde Pfaffenschlag) geboren und entschloss sich schon in jungen Jahren Boxer zu werden. Seine Fäuste trainierte der gelernte Fleischhauer in Wien.

"Baumi" wurde 1965, 1966 und 1968 er Österreichischer Meister im Halbschwergewicht und machte daraufhin in Deutschland eine steile Karriere. Highlight in der Boxlaufbahn Baumgartners war aber seine Teilnahme für Österreich an den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko-Stadt, wo er Soungalo Bagayoko aus Mali nach Punkten besiegte. Im Kampf gegen den Italiener Walter Facchinetti schien Baumgartner dem Sieg nahe, wurde aber anschließend wegen eines Tiefschlags disqualifiziert. Im Olympiadorf boxte Baumgartner sogar noch mit George Foreman in einem Sparringskampf. "Wir haben alle miteinander trainiert. Das war damals wie eine große Familie."

Für den 73-Jährigen, der heute im schwäbischen Tuttlingen lebt, war seine Teilnahme bei Olympia "Eine Erfahrung, die ich jedem Sportler wünsche. Mexiko werde ich nie vergessen", wie "Baumi" gegenüber den Bezirksblättern sagt. "Gerade jetzt zu den Olympischen Spielen lebt dieses Gefühl wieder auf."

Seinen Spitznamen verdankt Baumgartner übrigens seinen Fans, die ihn mit "Baumi, Baumi"-Rufen im Ring anfeuerten.

Heute geht es Baumgartner ruhiger an, aber dem Boxsport ist er nach wie vor treu geblieben: "Bei uns gibt es viele junge talentierte Amateurboxer und da helfe ich gerne aus", so der Familienvater. Der Kampfsport scheint der Familie im Blut zu liegen. Baumgartners Enkel Leon Gerstenberger wurde gerade Deutscher Juniormeister im Ringen.
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