02.09.2016, 11:13 Uhr

Arbeitsmarkt: Problem ist nicht die Steigerung, sondern die Dauer

AMS Geschäftsstellenleiterin Edith Zach (Foto: Ederer)

Trotz Rückgang der Arbeitslosen in homöopathischer Dosis: Langzeitarbeitslosigkeit steigt

„Das Hauptproblem ist derzeit nicht die Zunahme, sondern die Verfestigung von Arbeitslosigkeit“, zeichnet sich für AMS-Geschäftsstellenleiterin Edith Zach aus den aktuellen Arbeitsmarktdaten ein zunehmender Ausgrenzungsprozess ab. Die Langzeitarbeitslosigkeit weist leider auch im Bezirk Waidhofen eine steigende Tendenz auf.

Nur rund ein Drittel aller Jobsuchenden schafft es innerhalb der ersten sechs Monate wieder in Beschäftigung zu kommen. Rund 20 Prozent sind länger als ein Jahr auf Jobsuche, 41 Prozent davon ist der Generation 50+ zuzurechnen. Männer sind stärker betroffen als Frauen. Eine leichte Steigerung der Arbeitskräftenachfrage in den vergangenen Monaten konnte daran nichts ändern.

Seit Jahresanfang verzeichnet das AMS Waidhofen/Thaya mit 517 gemeldeten freien Stellen um 0,6% mehr Personalanforderungen als im Vergleichszeitraum 2015. Entscheidende Auswahlkriterien dabei sind Qualifikation, Mobilität und Motivation. Das Haupthandicap lässt sich in Zahlen beschreiben: Rund 42 Prozent aller Arbeitsuchenden verfügen über keine Berufsausbildung, 45 Prozent haben gesundheitliche Einschränkungen, die bei der Jobsuche berücksichtigt werden müssen.

Trotz der schwierigen Ausgangssituation gibt es Erfolge. „Heuer konnten bereits mehr als 1.138 vorgemerkte Personen - darunter 252 über 50-Jährige - wieder in Beschäftigung gebracht werden“, verweist Zach auf edie Vermittlungsbilanz. Bei Personen über 50 Jahren, die bereits länger als ein halbes Jahr beim AMS vorgemerkt sind, kann die Jobvermittlung durch eine Lohnkostensubvention unterstützt werden.

Zur Sache

Ende August 2016 waren beim Arbeitsmarktservice Waidhofen insgesamt 665 Personen arbeitslos vorgemerkt. Das sind um 4 Betroffene weniger als im Vormonat und um 10 (oder 1,5 Prozent) weniger als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. In Niederösterreich ist die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen um 3,6 Prozent auf insgesamt 57.123 gestiegen.
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