29.03.2016, 14:16 Uhr

Kultur trifft Wirtschaft in der Bäckerei Kasses

Reinhard Preißl, Gerhard Proißl, Veronika Hadel, Bäckermeister Erich Kasses, Ingrid Kasses, Werner Neuwirth, Vorsitzender Ernst Wurz, Thomas Arthaber, Pauline Gschwandtner, Roland Senk, Vzbgm. Petra Zimmermann-Moser.
THAYA. Die Waldviertel Akademie folgte im Rahmen ihrer Aktion "Kultur trifft Wirtschaft" einer Einladung in die Bäckerei Kasses nach Thaya. Bäckermeister Erich Kasses selbst, ließ es sich nicht nehmen, die Waldviertler Abordnung durch seinen Betrieb zu führen und versorgte die Anwesenden auch mit einer Fülle an Hintergrundinformationen.

Kasses hat den elterlichen Betrieb 1988 übernommen und zu einer Institution ausgebaut, die vor allem auch in Wien einen wichtigen Absatzmarkt gefunden hat. Mittlerweile ist das Sortiment auf alleine 135 Brotsorten angewachsen, bei der Entwicklung des „Health Bread“ im Rahmen eines EU-Projektes war Kasses als einziger österreichischer Vertreter dabei.

Obwohl seine Arbeitswoche aus sieben Tagen besteht, versprüht Kasses stets Freude und Leidenschaft für seinen Beruf. Seit vielen Jahren beschäftigt sich der Bäckermeister auch mit dem Sauerteig, erst vor einem Jahr hat er dafür auch eine neue Reifekammer angeschafft. „Der Sauerteig ist mein Hobby. Er ist wie ein Haustier, das gefüttert und gepflegt werden muss“, so Kasses, der auch zu Bedenken gab: „Niemand hat mehr Zeit, dabei ist das einfach das Wichtigste.“

Die Vorstandsmitglieder der Waldviertel Akademie zeigten sich beeindruckt über die Größe des Betriebes und die umfangreiche Tätigkeit des Bäckermeisters, dessen Produkt im Anschluss natürlich auch verkostet wurden. „Eine Brotkultur wie in Österreich gibt es sonst nirgends mehr, das Kulturgut Bäcker muss erhalten bleiben“, appellierte Kasses und führte auch den immer stärker werdenden Rückgang der Branche an, „den die Discounter bringen den Bäcker um.“

„Der Betriebsbesuch passte auch perfekt zu unserem Jahresthema ‚Was braucht der Mensch? Unser Leben zwischen Hoffnung und Chancen’“, so Vorsitzender Ernst Wurz, der sich bei Erich Kasses bedankte, „ein absoluter Vorzeigebetrieb mit großer Vielfalt, gesunder alter Backkultur und großem sozialen Engagement.“ Kasses schloss die Verkostung seiner Produkte mit einem simplen Hinweis: „Man muss für das Wunder Mensch einfach etwas Gutes tun!“
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