28.09.2016, 17:22 Uhr

Aufnahmen für eine Buchempfehlung auf Schloss Freiberg

Gleisdorf: Schloss Freiberg | Florence Whitfield Barton "Der Ketzer von Paris" ISBN: 3-417-21912-4
Robert Estiennes darf die Druckerei seines Vaters übernehmen, da Henri Estiennes für Roberts Brüder Francors und Charles genug weitere Ersparnisse gesammelt hatte. Geerbt hat Robert aber auch viele Freunde seines Vaters und dessen Wohlwollen. Einer von ihnen war Jacques Lefévre, welcher etwa im Jahr 1510 den Wert der Bibel kennenlernte und anfing daraus zu lehren. König Franz 1. von Frankreich suchte ein Leben im Luxus und in der politischen Diplomatie. Während er mit den deutschen Protestanten Verhandlungen führte, bekämpfte er die Reformierten im eigenen Land, um dem Papst und dem Klerus zu gefallen. Seine Schwester Margarete war jedoch der reformierten Lehre zugetan und galt als Beschützerin der Protestanten. Einer von ihnen wurde nun Robert Estiennes, welcher durch die Arbeit mit der Heiligen Schrift und den Gesprächen mit Lefére und anderen Gelehrten zum Glauben an Jesus kam. Drucker zu sein bedeutete im 16. Jahrundert vielleicht mehr als heute. Damals war Estiennes Handwerker und Herausgeber, Autor und Wissenschaftler, Student und Lehrer. Noch dazu war seine Arbeit geschätzt und als er im Jahr 1528 zwanzig Bücher herausgab, wurde er auch noch wohlhabend. Aufgrund seiner Geschicklichkeit hätte er der reichste Drucker Frankreichs werden können. Doch ihm war von Anfang an etwas anderes wichtig. Seine Diplomarbeit war die Herausgabe eines Neuen Testaments und hiermit begann seine langjährige Differenz mit der Sorbonne, der einflußreichsten Pariser Universität, welche selbst dem König nicht immer gehorchte. 1528 veröffentlichte er die ganze Bibel und verkaufte sie gut. In dieser Zeit gab es in Paris viele heimliche Protestanten, welche dann zu den Kunden der Imprimerie Estienne gehörten, deren Leiter inzwischen den Titel des “Königlichen Druckers” bekam. Selbst als Heinrich der 2. König wurde ging das noch einige Jahre gut. Als jedoch mehr und mehr seiner Freunde als Ketzer verurteilt und verbrannt wurden, dachte er selber auch an die Flucht. Der Neid eines anderen Druckers brachte auch ihn in Gefahr. Die Flucht nach Genf gelang ihm dann in letzter Minute. Dort wartete bereits sein Freund Johannes Calvin auf ihn, der für seine vielen Bücher einen guten Drucker gut gebrauchen konnte. Auch hier machte Robert wieder eine neue Bibelübersetzung, wobei er zum ersten Mal eine Verseinteilung verwendete, wodurch einzelne Aussagen viel leichter angefunden werden können.
Hier das Video: https://www.youtube.com/watch?v=pK8T5t_4b2A

Aufnahmen mit freundlicher Genehmigung vom Schloss Freiberg und der Schlossbuchbinderei Mohringer-Kober, vielen Dank!
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