16.09.2016, 21:02 Uhr

Prostatakrebs: Behandlung nicht immer notwendig

Oxford (Vereinigtes Königreich): Oxford | Keine entscheidenden Unterschiede bei zehnjähriger Überlebensrate

Oxford: Das alleinige Beobachten der Resultate bei Prostatakrebs führt zur gleichen Zehn-Jahres-Überlebensrate wie die Behandlung der Erkrankung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der University of Oxford http://ox.ac.uk . Das Team um Freddie Hamdy warnt davor, dass zu viele Patienten mit Verfahren behandelt werden, die ihr Sexualleben beeinträchtigen und letztlich zu Inkontinenz führen.

"Patienten werden übertherapiert"

Eine Analyse von 1.643 Patienten mit Prostatakrebs nach zehn Jahren kommt zur gleichen 99-Prozent-Überlebensrate bei Männern, bei denen eine Operation durchgeführt worden war, die eine Strahlenbehandlung erhalten hatten oder bei denen der Tumor einfach nur überwacht wurde. Laut Hamdy handelt es sich um ein weltweites Problem: "Patienten werden ganz einfach übertherapiert." Es sei jedoch absolut verständlich, dass ein 55 Jahre alter Patient mit Familie nach einer Krebsdiagnose keine Risiken eingehen wolle.

Bei den Studienteilnehmern war der Prostatakrebs durch die Ermittlung des PSA-Wertes diagnostiziert worden. Sie wurden entweder überwacht, die Prostata operativ entfernt oder einer Strahlenbehandlung zur Abtötung des Tumors unterzogen. Die gemeinsam mit dem National Institute for Health Research http://www.nihr.ac.uk durchgeführte Studie begleitete die Teilnehmer zehn Jahre lang. Die Überlebensraten waren bei den Patienten gleich. Mit einer Behandlung bestand jedoch ein höheres Risiko von Nebenwirkungen.

Inkontinenz-Risiko als Nebenwirkung

Das Inkontinenz-Risiko und Probleme mit dem Sexualleben verdoppelten sich nach Operationen. Bei einer Strahlenbehandlung erhöhte sich das Risiko von Darmproblemen. Das reine Überwachen der Krankheit war jedoch auch nicht ohne Risiko. In einem von fünf Fällen kam es zu einem Fortschreiten der Krankheit. Diese Männer könnten jedoch behandelt werden. Dadurch könnte es jedoch zu Auswirkungen auf die langfristigen Überlebenschancen kommen. Die im New England Journal of Medicine http://nejm.org veröffentlichten Ergebnisse beziehen sich ausschließlich auf Tumore in einem frühen Stadium.

Aussender: pressetext.redaktion
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Erwin Paier sen. aus Südoststeiermark | 17.09.2016 | 01:05   Melden
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Harald Schober aus Weiz | 17.09.2016 | 14:43   Melden
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Erwin Paier sen. aus Südoststeiermark | 17.09.2016 | 14:47   Melden
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