13.09.2016, 08:00 Uhr

Teelichtradio: fast ein wenig außerirdisch

Dieses einflammig betriebene Radio, das jüngste Kind, ist Manfred Lehofer besonders ans Herz gewachsen.

Der Rettenegger Manfred Lehhofer hat Elektronik im Blut. Er baut Teelichtradios.

Ein kleiner Holzofen der Wärme spendet, daneben die Holzkiste, die Wände holzvertäfelt, die einladende Bank und ein Tisch worauf das jüngste Baby, wie es Manfred Lehofer bezeichnet, steht. 15 cm breit, 11 cm tief und 18 cm hoch. Mit dem Baby ist ein Radio gemeint, kein herkömmliches Hightechgerät, sondern in Handarbeit von Manfred Lehofer hergestellt, mit Teelicht betrieben. Die Freude darüber kann man in seinen Augen lesen.
Der im Ortsteil Feistritzwald lebende Forstfacharbeiter hat sich in seinem Nebengebäude eine kleine Werkstätte eingerichtet. „Mein jüngstes Kind, ein Thermo-Generator-Radio, geb ich nicht her. Das ist ein Unikat, mein Lieblingsradio, mit nur einer Kerze betrieben. Es ist das erste Exemplar dieser Art und fast ein bißchen außerirdisch mit den Leuchtdioden,“ schmunzelt der leidenschaftliche Handwerker, der sich seit fünf Jahren intensiv mit dem Bau von Teelichtradios beschäftigt. Den Spezialkühler bei diesem Gerät hat er bei einem Flohmarkt erstanden. Von der guten Klangqualität kann man sich gleich überzeugen, denn nach nur wenigen Minuten, sobald die Leuchtdioden erstrahlen, kann man Knopf und Regler drehen und das Radio ist an.
Vor langer Zeit, erzählt er, hat er sogar Radios in Zündholzschachterln gebaut. „Mit den Teelichtern das ist ein Riesenvorteil, weil man keine Batterien braucht. Kerzen kann man ewig lagern. Batterien haben ein Ablaufdatum. Selbst bei Kerzenwechsel ist der Radiobetrieb auf Grund der Restwärme möglich,“ so Lehofer, der manchmal auch Raritätenteile vom Flohmarkt ersteht. Jedes Stück hat seinen eigenen Charakter.
Änderungen sind während des Bauens immer noch möglich. Neben Standardwerkzeugen stehen eine Lötstation, ein regelbares Netzteil für Testzwecke wegen des Stromverbrauches, ein Temperaturmessgerät, Stichsägen und eine Akkubohrmaschine in Reichweite.
Manfred Lehofer würde mit seiner Familie nirgend wo anders hinziehen. „Hier ist mein Leben. Ich hab drei Kilometer zu meinem Arbeitsplatz und Lebensqualität Wald vor der Haustür." Natürlich tüftelt er an Neuem: Leselampen mit Teelicht betrieben. Der Plan ist im Kopf und braucht nur mehr umgesetzt zu werden.
0
Weitere Beiträge zu den Themen
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.