12.08.2016, 12:56 Uhr

Rudolf Stonig

Wann? 18.11.2016

Wo? Polytechnische Schule, 8212 Pischelsdorf in der Steiermark AT
Bei der Ausstellung "ERINNERN ist eine Pflicht - Zeitzeugen der 2. Generation", die vom 14. bis zum 18. November 2016 in der Polytechnischen Schule in Pischelsdorf gezeigt wird, wird auch an Rudolf Stonig erinnert. (Ein ubekannter Schüler der NMS bzw. der Polytechnischen Schule Pischelsdorf schuf dieses Werk.)
Pischelsdorf in der Steiermark: Polytechnische Schule | Bei der Ausstellung "ERINNERN ist eine Pflicht - Zeitzeugen der 2. Generation", die vom 14. bis zum 18. November 2016 in der Polytechnischen Schule in Pischelsdorf gezeigt wird, wird auch an Rudolf Stonig erinnert.

Geboren am: 18. Dezember 1902 in Kleinarl, Bezirk St. Johann/Pongau, Österreich
Gestorben am: 25. Dezember 1982
verheiratet ab 1954 mit Maria (gest. 2005)

wohnhaft: Kleinarl 51, Wagrain, Land Salzburg
Kinder: Edelmut, Freumut, Liebmut
1938 bis 1.8.1939 Gefängnis Salzburg/Landesgericht, Verdacht auf Hochverrat
3.10.1939 Salzburg/Polizeigefängnis, Grund: Grabrede bei Begräbnis
26.11.1939 KZ Sachsenhausen, Häftlingsnummer 13661, Kommando Tongrube, Kommando Waldreiniger, Forstamt, Straßenbau
Februar 1943 Nebenlager/Außenkommando Alderney, Häftlingsnummer 17192, mit 17 Bibelforschern
überstellt, Baubrigade, bis zur Invasion
9.9.1944 Nebenlager/Außenkommando Neu-Sollstedt, Häftlingsnummer 100410, Lageraufbau,
Außenlager Mittelbau
April 1945 bis 4.5.1945 Nebenlager/Außenkommando Steyr-Münichholz

Rudolf Stonig: Erlebnisse im K.Z. Sachsenhausen vom 26.11.1939

Es war der 26. November 1939, 11 Uhr vormittags, als wir mit den Polizeiautos im Lager Sachsenhausen eintrafen. Die Polizei beschimpfte uns von den Autos aus und riefen: „Ihr Drecksäcke! Im Laufschritt durch das Tor!“ Dort mussten wir Aufstellung nehmen. Es kam der Lagerführer und hielt uns eine zynische Ansprache. Er sagte unter anderem, dass wir so lange im K.Z. verbleiben, bis wir uns geistig völlig umgestellt haben.

Nach etwa zweistündigem Warten bei kaltem, unfreundlichem Wetter wurden wir ins Bad abgeführt. Nach dem Bad mussten wir abermals Stellung nehmen und wurden befragt, warum wir hier seien.

Manche sagten, sie wissen es selbst nicht, die bekamen am meisten Schläge.
Schläge bekamen wir alle. Es waren ca. sechzig Zugänge. Nun hieß es, ins Bad eintreten, wir wurden kahl geschoren, kamen unter die warme Brause und wurden dann mit einem mächtigen kalten Wasserstrahl abgeduscht.

Ein Rechtsanwalt aus Wien wurde solange abgeduscht, bis er tot war. Er hatte angeblich Hetzartikel gegen die Nazis geschrieben.

Und nun bekamen wir unsere Zebras (Anm. Häftlingsanzüge), zogen uns an, dann hieß es, im Gänsemarsch austreten. Bei der Tür standen ein paar SS-Männer, die schlugen noch einen jeden.

Jetzt wurden wir gemustert, die Politischen separat, die Berufsverbrecher separat, die Asozialen, die Schwulen, die Juden und wir Zeugen Jehovas. (Quelle Lila Winkel; weitere Details auf: http://www.lilawinkel.at/stonig-rudolf/ )


Die Ausstellung "ERINNERN ist eine Pflicht - Zeitzeugen der 2. Generation" zeigt am Beispiel von Ernst Reiter aus Graz wie das NS-Regime mit Personen umging, die sich nicht der NS-Ideologie unterordneten.

In Verbindung mit der Ausstellung wird es auch ein Zeitzeugen Gespräch für die Schülerinnen und Schüler der Polytechnischen Schule in Pischelsdorf geben.
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