30.05.2016, 20:32 Uhr

MO.S.E.

Venedig (Italien): MO.S.E. | Drei Zugänge hat die Lagune von Venedig zum offenen Meer. Immer öfter, wenn es Sturmfluten gibt, leidet die ohnehin feuchte Stadt unter Hochwasser, dem sogenannten Acqua Alta.
Fast 20 Jahre wurde an der Machbarkeit eines Sperrwerkes geforscht.
Im Jahr 2003 war Baubeginn des Projekts MO.S.E.
MO dulo
S perimentale
E lettromeccanico
Künstliche Inseln aus Beton wurden geschaffen, an diesen werden riesige Sperrwerke befestigt. Diese funktioneren theoretisch sehr einfach, ähnlich unserer Schleußen an der Donau. Überdimensionale Becken liegen mit Wasser gefüllt am Meeresboden. Sobald der Meeresspiegel steigt, wird mit Druckluft das Wasser aus den Behältern gepumpt, wodurch diese sich aufstellen und den Wassermassen Einhalt gebieten.
Theoretisch einfach, nur die unfassbaren Größen dieses Bauwerkes läßt Zweifel aufkommen, ob die jahrelange Planung und mittlerweile 13jährige Bauzeit am Ende auch bestehen kann.
Die Kosten verlaufen auch in überdimensionalen Größen, da ist von bisher 6 Milliarden Euro die Rede und für die Wartung des fertigen Werkes werden 20 Millionen pro Jahr geplant.
Auch für die Schifffahrt wird es Änderungen geben. Während bis jetzt sogar die größten Schiffe frei in die Lagune fahren konnten, wird es in Zukunft viel Vorsicht brauchen um am MO.S.E. keine Schäden anzurichten.
Natürlich ist die Buchstabenkombination auch an die biblische Geschichte angelehnt:
Exodus 14,21-22 ... Und Mose streckte seine Hand über das Meer aus, und der HERR ließ das Meer die ganze Nacht durch einen starken Ostwind zurückweichen und machte so das Meer zum trockenen Land, und das Wasser teilte sich. Dann gingen die Söhne Israel auf trockenem Land mitten in das Meer hinein, und das Wasser war ihnen eine Mauer zur Rechten und zur Linken ...
Dieser Bericht verbindet sicher den Wunsch, dass Acqua Alta in Venedig der Geschichte angehören möge.
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