07.04.2016, 15:37 Uhr

Erster Trafo für größten Siemens-Auftrag der Geschichte verlässt Weizer Werk

(Foto: SIEMENS)
Die Siemens berichtet per Pressemitteilung wie folgt:

Im Juni letzten Jahres erhielt Siemens Rekordaufträge im Wert von acht Milliarden Euro zur Erhöhung der Energieerzeugung Ägyptens. Zusammen mit seinen ägyptischen Partnern Elsewedy Electric und Orascom Construction wird Siemens unter anderem drei schlüsselfertige erdgasbefeuerte Gas- und Dampfturbinen (GuD)-Kraftwerke errichten. Jedes dieser Kraftwerke – Beni Suef, Burullus und New Capital – wird mit je acht Siemens H-Klasse-Gasturbinen ausgestattet, die aufgrund ihrer hohen Leistungsfähigkeit und der Rekordeffizienz ausgewählt wurden.

„Die Transformatoren für die Gasturbinen kommen aus dem Siemens-Werk in Weiz. Dieser Auftrag zeigt sehr schön, dass österreichische Kompetenz im Transformatorenbau weltweit gefragt wird. Um international wettbewerbsfähig zu bleiben, setzen wir auf die hoch spezialisierte Technik unserer Produkte und das Know-how unserer Mitarbeiter, wie auch auf eine enge Zusammenarbeit mit unseren österreichischen Lieferanten und Partnern. So gelingt es uns nicht nur am Markt zu reüssieren, sondern auch wichtige regionale Wertschöpfung zu generieren“, erklärt Wolfgang Hesoun, Generaldirektor von Siemens Österreich.

Das Transformatorenwerk in Weiz ist der weltweit größte Siemens-Standort für die Entwicklung und den Bau von Transformatoren. Mit einer Exportquote von über 80 Prozent sind die dort produzierten Trafos in über 70 Ländern der Welt zu finden. Zusätzlich beschäftigt das Werk
rund 900 Lieferanten aus ganz Österreich.

Der erste Generator-Step-Up Transformator mit 455 Megavoltampere (MVA) und 515 Kilovolt (kV) wurde erfolgreich im Weizer Werk geprüft und befindet sich nun auf der gut zweimonatigen Reise zum Kraftwerksprojekt Beni Suef. Die etwa 7.700 Kilometer lange Strecke beginnt für den 185 Tonnen schweren Trafo mit dem Bahntransport von Weiz zum Donauhafen Linz. Von dort gelangt er über den Rhein-Main-Donau-Kanal zum Seehafen Antwerpen (Belgien) zur Einschiffung. Die weitere Reise führt den Trafo über die Meerenge von Gibraltar ins Mittelmeer. Über den Suezkanal erreicht er den Zielhafen Adabiya (Ägypten) am Roten Meer. Der weitere Transport erfolgt mit Hilfe eines Trailers, der eine rund 250 Kilometer lange Strecke entlang des Nils bis nach Beni Suef zurücklegt. Die ersten Trafos werden im Juni 2016 installiert.

Das Kraftwerk Beni Suef nimmt den Betrieb zunächst als reines Gaskraftwerk auf. Nach der Erweiterung zum GuD-Kraftwerk mit einer installierten Gesamtleistung von rund 4,8 Gigawatt (GW) kann Beni Suef rund 21,6 Millionen Menschen mit Strom versorgen. Nach der Fertigstellung wird es das größte Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk weltweit sein. Die Anlage wird voraussichtlich bereits im Winter 2016/2017 Strom ins ägyptische Netz einspeisen.

Erst im Januar 2016 erzielte Siemens im GuD-Kraftwerk Lausward in Düsseldorf mit seiner fortschrittlichen H-Klasse mehrere Weltrekorde. Die Anlage erreichte einen Wirkungsgrad von rund 61,5 Prozent und eine Rekord-Leistung von 603,8 Megawatt.
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