Hochwasser im Bezirk Wels-Land

(Foto: FF Gunskirchen)
 
Bezirkskommandant OBR Johann Gasperlmair war den ganzen Tag mit seinem Team im Einsatz um sich an den Einsatzpunkten selbst einen Überblick über die Lage zu verschaffen. (Foto: Deutsch)
     

Entwarnung in Thalheim und in der Stadt Wels. Pegel der Traun sinkt weiter, der Kristenstab wurde aufgelöst.

Mehrere Gemeinden und die Stadt Wels hatten bzw. haben mit dem Hochwasser zu kämpfen. Viele Feuerwehrmänner waren seit Freitag im Dauereinsatz.

In Gunskirchen musste die Feuerwehr in der Nacht von Freitag auf Samstag zu mehreren Überflutungseinsätzen ausrücken. Die Fallsbacher Straße Höhe Liedering sowie Straßen in der Ortschaft Irnharting und Waldling waren wegen Überflutungen gesperrt. In den Ortschaften Irnharting und Oberndorf wurden mehrere Sandsäcke an die Bevölkerung verteilt. Zur Vorsorge füllten die Kameraden mehrere Paletten Sandsäcke. Am Sonntag wurden die meisten Sperren wieder aufgehoben. Die Wasserstände der Flüsse und Bäche im Ortsgebiet wurden laufend kontrolliert. Aufgrund der Großen Wassermengen musste der Saagerdamm ebenfalls gesperrt werden.

"Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen", berichtet Pressesprecher Martin Kienesberger von der FF Eberstalzell. Die Lage war zwar angespannt, in dem zwölfstündigen Einsatz am Sonntag musste zum Glück nur ein paar Straßen gesperrt werden. Ein Keller wurde ausgepumpt. Weiters halfen die Feuerwehrmänner beim Befüllen der Sandsäcke.

Pegel der Traun fällt weiter
Entwarnung geben auch die Feuerwehren in Thalheim und Wels. Da die Regenfälle deutlich weniger geworden sind, ist auch ein deutlicher Rückgang der relevanten Wasserpegel im Raum Wels zu verzeichnen. Die Traun hatte am Sonntagabend ihren bisherigen Höchstpegelstand vom 12. August 2002 (6,50 Meter) um zwölf Zentimeter (6,62 Meter) überschritten. Heute, Montag (9.45 Uhr), ist der Wasserstand auf 5,90 Meter gesunken.

Krisenstab wurde aufgelöst
Wegen des sinkendes Pegels wurde der gestern einberufene Krisenstab wieder aufgelöst. Der im Jahr 2009/2010 sanierte Saager Damm hat dem Hochwasser problemlos standgehalten. Es hat keine Hinterspülung stattgefunden.
„Der im Jahr 2010 fertiggestellte Saager Damm mit einer Gesamtinvestitionssumme von 1,2 Millionen Euro hat die erste Bewährungsprobe bestanden. Der Hochwasserschutz ist somit für die Stadt Wels gewährleistet. Langfristig muss noch die Versickerung des Grünbachs sichergestellt werden“, so der zuständige Wasserbaureferent Andreas Rabl.

Das Hochwasser beschäftigte auch die Feuerwehren in Steinerkirchen, Fischlham, Edt, Lambach Regionauten-Bericht sowie Thalheim und Marchtrenk.

Die aktuellen Straßensperren sind hier hier ersichtlich. Auf der Homepage des Landes Oberösterreich werden unter www.land-oberoesterreich.gv.at/hydro regelmäßig Hochwasserberichte veröffentlicht. Für den Raum Oberösterreich steht außerdem unter der Nummer 0732/1558 ein Tonbanddienst mit den aktuellen Wasserständen und Vorhersagen zur Verfügung.

Die unermüdlichen Feuerwehrmänner sind auf alle möglichen Szenarien vorbereitet. Am Sonntag wurde der Kriesenabwehrstab der Bezirkshauptmannschaft und auch die „Technische-Einsatzleitung“ der Feuerwehr eingerichtet.
Da die Niederschläge noch anhalten und nach wie vor aus dem Inneren Salzkammergut beziehungsweise dem Traunsee große Wassermassen über den Traunfluss in unseren Bezirk nachströmen sind die Feuerwehren gerüstet.
Es werden Sandsäcke gefüllt, Bevölkerungen vorinformiert und Spezialkräfte angefordert.

Hochwasserschäden dokumentieren und melden

Wenn jemand von Hochwasser oder Überschwemmung betroffen ist, so raten die oberösterreichischen Versicherungsmakler dazu, den Schaden mit der Kamera zu dokumentieren, den Versicherer zu verständigen und anschließend sofort mit der Beseitigung der Schäden zu beginnen.
Die Folgen des Hochwassers aufgrund des Dauerregens der vergangenen Tage sind noch nicht absehbar. Für viele Haus- und Wohnungsbesitzer bedeutet ein Hochwasserschaden eine beträchtliche finanzielle Belastung. „Nur die wenigsten Haushalte sind ausreichend gegen Schäden aus Naturkatastrophen versichert“, weiß der Fachgruppenobmann der oö. Versicherungsmakler, Gerold Holzer. Die meisten Haushalte verfügen im Rahmen der Haushaltsversicherung nur über die prämienfreie Grunddeckung. Der Versicherungsschutz daraus ist naturgemäß sehr gering. Die ausbezahlten Beträge sind für die Opfer meist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.
„Das muss nicht sein“, so Holzer. „Viele Versicherer lassen das Risiko Naturgewalten mit akzeptablen Versicherungssummen in die Sturmversicherung für Gebäude und Inventar mit einfließen. Bei einzelnen Versicherern kann man auch eine sogenannte ,All risk‘-Versicherung abschließen. Diese Variante kostet zwar wesentlich mehr als eine herkömmliche Sturmversicherung, enthält aber unter anderem das Risiko Naturkatastrophen. Selbst eine Deckungssumme bis zum halben Wert des Gebäudes ist im Prinzip versicherbar.“

Nicht automatisch jeder Wasserschaden versichert
Beim Paket Katastrophenschutz sollte man darauf achten, dass nicht automatisch jeder Wasserschaden von außen auch versichert ist, warnt Holzer. Die Versicherungen unterscheiden beispielsweise zwischen Hochwasser, dem Ansteigen von natürlichen oder künstlichen Gewässern und Überschwemmung, wenn Regen oder Schmelzwasser ein sonst nicht in Anspruch genommenes Gelände überflutet. In letzterem Fall handelt es sich um sogenannte Oberflächenwasser, die versicherungstechnisch nicht zum Hochwasser zählen.

Flexible Lösungen für Betroffene

Die aktuelle Hochwassersituation führte bei OÖGKK-Versicherten, Dienstgebern und Vertragspartnern (Ärzte, Apotheken usw.) zu Fragen. Um für hochwasserbedingte Probleme individuelle Lösungen anbieten zu können, hat die OÖGKK einen Koordinationsstab eingerichtet, der auf Erfahrungen aus dem Hochwasser-Jahr 2002 zurückgreifen kann.
Das Hochwasser kann auch in Bezug auf Sozialversicherungs-Themen Probleme verursachen. Beispiele sind etwa die Anmeldefristen für neu eingestellte Mitarbeiter, die ein Dienstgeber aufgrund eines Wassereinbruchs nicht einhalten kann, oder eine erkrankte Mitarbeiterin, die aufgrund überschwemmter Straßen keinen Arzt für die erforderliche Krankschreibung erreichen kann.
Für alle diese Fragen sind in der OÖGKK direkte Anlaufstellen eingerichtet:
Versicherte wenden sich am besten an ihre nächstgelegene Kundenservicestelle oder Tel. 057807–0; Dienstgeber: Tel. 057807–504310 oder E-Mail: versicherungsberatung@ooegkk.at

Hochwasser-Soforthilfe für Unternehmen und Sportvereine

Mit einem Soforthilfe-Programm sowohl für betroffene Unternehmen als auch für Sportvereine reagiert Wirtschafts- und Sportlandesrat Michael Strugl auf die Hochwasser-Katastrophe in vielen Teilen Oberösterreichs. "Das volle Ausmaß der Schäden ist noch absehbar, aber von einzelnen Betrieben, aber auch Sportanlagen ist bereits bekannt, dass sie schwer in Mitleidenschaft gezogen wurden", sagt Strugl. "Rasche, unbürokratische Hilfe und Information sind daher besonders wichtig. Als erste Anlaufstellen wurde daher sowohl in der Wirtschaftsabteilung als auch bei der Landessportorganisation eine Hotline für Hochwasser-Opfer eingerichtet."

Oberstes Ziel ist es, die betroffenen Unternehmen in ganz Oberösterreich wieder betriebsfähig zu machen. Im "Sonderprogramm betriebliche Hochwasserhilfe" sind daher alle Investitionen in Anlagen, Betriebsmittel und Aufwendungen für Reparatur-, Reinigungs- und Aufräumarbeiten, die zur Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands des Unternehmens dienen, bis zu einer Höhe von einer Million Euro förderbar. Die Förderung besteht aus einem Zinsenzuschuss des Landes Oberösterreich. Wirtschaftslandesrat Strugl hat bereits Gespräche mit Vertretern der Banken-Branche geführt, wobei eine rasche Versorgung betroffener Unternehmen mit Krediten in Aussicht gestellt wurde. Die Abwicklung der Förderung ist über den Katastrophenfonds des Landes Oberösterreich als zentrale Stelle geplant.
Hotline: Tel. 0732/7720-15264 (8:00-17:00 Uhr)

Dutzende Sportanlagen wurden durch Hochwasser oder Muren beschädigt. Für die betroffenen Vereine wurde als erste Anlaufstelle eine Hotline bei der Landessportorganisation eingerichtet. Weiters wurde eine "schnelle Eingreiftruppe" zusammengestellt, um Schäden möglichst rasch vor Ort begutachten und dann helfen zu können.
Hotline: Tel. 0732/653000-100

Das Auto keinesfalls selbst starten, wenn es unter Wasser war

Auch die ÖAMTC-Pannenhelfer in Oberösterreich sind derzeit im Dauereinsatz, um vom Hochwasser betroffenen Fahrzeugbesitzern zu helfen. "Wenn der Motorraum eines Autos unter Wasser war, muss aus Sicherheitsgründen eine Abschleppung erfolgen“, hält Manfred Schöberl, Bereichsleiter für technische Dienste im ÖAMTC Oberösterreich fest. „Wenn sich Wasser im Zylinder befindet kann bei einem Startversuch der sogenannte ‚Wasserschlag‘ auftreten, ein Motorschaden kann die Folge sein.“ Wenn Sand und Wasser ins Fahrzeuginnere geraten sind, können außerdem Schäden an Fahrwerk und Bremsen auftreten, die sich eventuell erst Monate nach dem Unglück zeigen. Schöberl: „Auch die gesamte Fahrzeugelektronik und sämtliche Steuergeräte befinden sich im Fahrzeuginnenraum, werden diese nass, ist meist ein Totalschaden die Folge.“ Generell rät der Club allen Betroffenen in den Hochwasser-Gebieten, ihr Fahrzeug keinesfalls selbst in Betrieb zu nehmen, sondern bei der ÖAMTC-Pannenhilfe unter Notruf 120 anzurufen.

Vorsicht beim Durchfahren von überfluteten Straßenstücken
„Besondere Vorsicht gilt beim Durchfahren von überfluteten Straßenstücken", warnt Schöberl "denn bereits bei Schrittgeschwindigkeit kann die sich bildende Bugwelle in den Ansaugtrakt des Motors gelangen.“ Sollte Wasser über den Ansaugkanal in den Motor gelangen, ist ein Motorschaden fast unvermeidlich.
So erkennt man, was nach dem Hochwasser am Kfz überprüft werden sollte
Ist die Wasserlinie unterhalb der Felgenmitte, sind in der Regel keine Funktionsprobleme zu erwarten. In diesem Fall sind alle beweglichen Teile sowie die elektrischen Installationen noch über der Wasserlinie.
Wenn die Wasserlinie über der Radmitte liegt, sind bereits Radlager und Antriebswellen betroffen. Wenn das Fahrzeug diesen Bedingungen über mehrere Stunden oder sogar Tage ausgesetzt ist, dringt Wasser in die Lager und Gelenke ein. "Dort bleibt es leider auch nach Absinken des Wasserspiegels", sagt Schöberl. Ebenfalls betroffen ist der Auspuff, der durch das Wasser korrodieren kann.
Steigt der Wasserspiegel über die Türunterkante, dringt Wasser in den Innenraum und in die Hohlräume der Karosserie ein. So können tiefer liegende Teile der Elektrik Schaden nehmen. "Ein Werkstattaufenthalt ist unausweichlich", so der ÖAMTC-Experte.
Ist die Motorhaube unter der Wasserlinie, dringt auch Wasser in den Ansaugtrakt des Motors und über den Auspuff bis zu den Auslassventilen. Ein Starten des Motors, so der Starter überhaupt noch funktioniert, muss auch nach Sinken des Wasserniveaus unterlassen werden. Fahrzeuge, die mehrere Stunden derart tief im Wasser waren, müssen anschließend gründlich in einer Fachwerkstatt trockengelegt werden. Bei Fahrzeugen älteren Datums kommen die Reparaturkosten einem Totalschaden gleich.

Schäden am Fahrzeug dokumentieren
Wer nach dem Rückgang der Pegelstände Schäden an seinem Fahrzeug entdeckt, kann sich langwierige Streitereien mit der Versicherung durch richtiges Vorgehen ersparen. „Schäden sollten mit Fotos dokumentiert und der Versicherung unverzüglich gemeldet werden“, rät ÖAMTC-Juristin Silvia Winklhamer. „Einen Startversuch, der einen Motorschaden zur Folge haben kann, sollte man tunlichst unterlassen. Die Versicherung kann in diesem Fall die Leistung verweigern.“

Zahlt die Versicherung?
Ob die Versicherung einen Hochwasserschaden überhaupt zahlt, hängt von einigen Faktoren ab. „Nur wer über eine abgeschlossene Kaskoversicherung verfügt, hat Anspruch auf finanzielle Entschädigung“, erklärt die ÖAMTC-Rechtsexpertin. Im Rahmen einer Teil- oder Vollkaskoversicherung sind die Reparatur- und zum Teil Abschleppkosten bis zur nächsten Werkstätte oder zum Schrottplatz gedeckt. „Bei einem Totalschaden wird die Ersatzleistung aus der Differenz vom Zeitwert des Fahrzeuges vor dem Schadenfall und dem Restwert des Wracks berechnet. Für ÖAMTC-Mitglieder empfiehlt es sich, sich bei Unsicherheiten zunächst an die Juristen des Clubs zu wenden“, so Winklhamer abschließend.

BezirksRundschauChristkind sammelt für die Hochwasseropfer

Das Schicksal der Hochwasseropfer im Bezirk lässt niemanden kalt. Aus diesem Grund ist das Spendenkonto der Aktion "BezirksRundschau Christkind" ab sofort wieder geöffnet.

Bitte unterstützen Sie unsere Aktion für die Betroffenen von Erdrutschen und Überschwemmungen und überweisen Sie Ihre Geldspende mit dem Kennwort „HOCHWASSER“ auf folgendes Konto:

Raiffeisenlandesbank OÖ AG
Kontonummer: 2.777.720
Bankleitzahl: 34.000
IBAN: AT 78 3400 0000 0277 7720
SWIFT: RZ00AT2L
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