09.05.2016, 15:28 Uhr

Das Welios soll zum Lehrgebäude werden

Stadt, Land und FH Wels besprechen derzeit die Zukunft des Welios. (Foto: Herzog)

Laut Rechtsgutachten müssten bei Betriebseinstellung EU-Förderungen nicht refundiert werden.

WELS. Seit fünf Jahren besteht das Welios Science Center in Wels mittlerweile. Die Welser Stadtregierung sieht das derzeit jedoch nicht als Grund zum Feiern, sondern um die derzeitige Form des Welios zu hinterfragen. Von 275.000 Besuchern pro Jahr ging die Stadt bei der Fassung des Finanzierungszuschusses aus. Würde diese Zahl erreicht, bestünde kein jährlicher Zuschussbedarf. Die Zahlen liegen laut FPÖ und ÖVP jedoch nur zwischen 40.000 und 50.000. "Ich glaube, dass die Prognosen schlichtweg falsch waren. Es ist völlig unrealistisch, zu glauben, dass eine Tourismuseinrichtung 275.000 Leute pro Jahr anlockt. Das schafft nicht mal der Linzer Pöstlingberg", sagt Bürgermeister Andreas Rabl. So kostet das Welios der Stadt Wels jährlich zwischen 800.000 und einer Million Euro. Eine Verdopplung des durchschnittlichen Eintrittspreises würde laut Stadtregierung die Kosten um 200.000 bis 250.000 Euro senken.

Gebäude für die FH?

Ein Rechtsgutachten ergab, dass die Betriebseinstellung des Welios nicht mit einer Rückzahlung der erhaltenen EU-Förderung in Höhe von 4.680.500 Euro bestraft würde. In Absprache mit dem Land Oberösterreich soll als nächster Schritt abgeklärt werden, in welcher Form das Welios weiterbestehen soll. Rabl und ÖVP-Stadtparteiobmann Peter Csar plädieren dafür, die Fachhochschule Wels noch intensiver in die Gebäudenutzung einzubeziehen. Die Möglichkeiten werden derzeit in Gesprächen mit FH-Verantwortlichen erörtert. "Wels als Stadt der Forschung benötigt einen perfekt ausgebauten technischen FH-Standort. Das Welios würde sich als neues Fachhochschul-Lehrgebäude gut anbieten", meint Rabl. Csar ergänzt, dass eine Kostenreduzierung mit einer Verstärkung der FH möglich sei.

Museum bis Ende 2017

Bis Ende 2017 ist die Finanzierung des Welios in seiner derzeitigen Form gesichert. Bis Ende 2016 möchte die Stadtregierung Klarheit darüber gewinnen, wie es ab 2018 weitergeht. Wie hoch die Chancen stehen, dass es in seiner derzeitigen Form weiterbesteht, kann Rabl noch nicht abschätzen. Die Errichtung des Welios kostete vor fünf Jahren insgesamt 18 Millionen Euro.
0
Weitere Beiträge zu den Themen
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.