28.07.2016, 05:00 Uhr

Oberösterreichischer Reis ab Hof ohne Zwischenhändler

Gregor Neumeyer und Hannes Engl auf ihrem Reisfeld. Durch den Klimawandel sei heimischer Reisanbau jetzt realistischer. (Foto: Österreis)

Preis für Regionalität holt Projekte vor den Vorhang, die sich um regionale Wertschöpfung bemühen.

BEZIRK. Bis zum Herbst rückt die BezirksRundschau mit ihren Partnern – Land Oberösterreich, Sparkasse OÖ, ÖAMTC sowie Nah&Frisch – Ideen, Projekte und Unternehmen, die zum Erhalt regionaler Lebensqualität beitragen, ins Rampenlicht. Eine Fachjury wird bis zur Gala am Mittwoch, 21. September entscheiden, wer mit dem Preis für Regionalität ausgezeichnet wird. Im vergangenen Jahr gab es für die Jury über 200 Einreichungen zu bewerten, um die Sieger in den acht Kategorien zu küren. Regionale Wertschöpfung wird in Wels und Wels-Land groß geschrieben, wie es scheint. Gleich vier Projekte aus der Region beschäftigen sich mit der Verwertung lokaler Lebensmittel.

Reisanbau in Marchtrenk

Die Vision von Hannes Engl und Gregor Neumeyer ist es, mit "Österreis" Reis auf heimischen Feldern anzubauen. "Reis ist ein weltweites Grundnahrungsmittel und auch im österreichischen Speiseplan gang und gebe. Es hat sich aber noch kaum jemand darüber getraut, ihn auch bei uns anzupflanzen. Das wollten wir einfach probieren", erklärt Engl die Motivation. Der Landwirt bewirtschaftet in Marchtrenk ein zwei Hektar großes Reisfeld. Partner Neumeyer ist in Wien für ein eineinhalb Hektar großes Feld zuständig. Für "Österreis" wurde die Trockenreisanbau-Methode gewählt. Diese liefert zwar weniger Ertrag, ist durch ihren geringen Wasserverbrauch aber ressourcenschonender. Zudem würden Studien belegen, dass das Gegenstück – Nassreisanbau – die Aufnahme von Arsen begünstige. Die Idee zu "Österreis" kam den beiden bereits vor vier Jahren. Ein 2015 gestartetes Pilotprojekt brachte nicht den gewünschten Erfolg. Insgesamt sei das Jahr zu trocken gewesen, im Erntemonat September war es zu kalt. Das Korn konnte sich nicht richtig ausbilden. Heuer soll es besser laufen: "Wenn alles klappt, rechnen wir mit 1500 Kilogramm fertigem Reis pro Hektar", ist Engl zuversichtlich. Dieser soll dann ohne Zwischenhändler ab Hof verkauft werden. "Wir wollen nicht in die großen Supermärkte. Kooperationen mit Gastronomen, die auf lokale Lebensmittel setzen, sind aber angedacht", so Engl.

Bio, fair und lokal

Saisonale Lebensmittel aus der Umgebung gibt es jeden Freitag am Welser Bauernmarkt zu kaufen. In Zeiten des immer härter werdenden Preiskampfes ist es Obmann Josef Gangl wichtig, dass den Erzeugern der gesamte Gewinn, den sie mit ihrer Ware erzielen, bleibt. Ein ähnliches Konzept verfolgt die Vorratskammer. Magdalena Glasner und Martina Follner führen ein Vollsortiment an regionalen Bio-Lebensmitteln von Bio-Bauern. Das Projekt Gemüsefreude aus Sattledt setzt auf anteilsmäßige Gemüseernte. Kosten, Risiko, aber auch Ertrag der Ernte werden auf eine Gemeinschaft aufgeteilt.
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