31.05.2016, 17:30 Uhr

Taubenplage in Wels: Füttern ist verboten, bei Missachtung droht Geldstrafe

Die Verunreinigung durch Taubenkot stellt in Wels ein großes Problem dar (Symbolbild). (Foto: yalyashenko/Fotolia)
WELS. Auf Grund verstärkter Beschwerden an das Bürgercenter wegen Taubenkot im Stadtgebiet weist der zuständige Vizebürgermeister Gerhard Kroiß auf das bestehende Fütterungsverbot in Wels hin. „Wildlebende Haustauben suchen sich ihre Nahrung selbst. Zusätzliches Füttern aus falsch verstandener Tierliebe führt nur zu unkontrollierbarer Vermehrung und in weiterer Folge zu den bekannten Verschmutzungsproblemen“, erklärt Kroiß. Die Nichtbefolgung des Verbotes stellt eine Verwaltungsübertretung dar und kann eine Geldstrafe von bis zu 218 Euro nach sich ziehen.
„Aus aktuellem Anlass habe ich die Ordnungswache angewiesen, diese Problematik besonders im Auge zu behalten“, betont Kroiß. Zusätzlich ersucht der Welser Vizebürgermeister die Eigentümer von Grundstücken und Gebäuden in der Stadt, nach Möglichkeit durch entsprechende Abwehrvorrichtungen selbst zur Reduzierung der derzeit etwa 5000 Welser Tauben beizutragen.

ÖVP: Strafen keine Lösung

Bei der Welser ÖVP ist man sich hingegen sicher, dass Strafen keine Lösung für das Taubenproblem darstellen. Wels sollte sich stattdessen am Modell der Stadt Basel orientieren, so der Vorschlag. Es gebe in der Welser Innenstadt eindeutig zu viele Tauben, welche Schäden an Fassaden und Häusern durch Kot anrichten. Ebenso würde es durch Taubenabwehrvorrichtungen immer wieder zu Verletzungen der Vögel kommen. „Ich schlage statt einer Bestrafung der Bevölkerung eine städtische Initiative nach dem Vorbild der Stadt Basel vor. Basel hat gezeigt, dass man die Population der Tauben nachhaltig in den Griff bekommen kann", so ÖVP-Obmann Peter Csar.

Basler Taubenaktion

Die Stadt Basel hat im Jahr 1988 das Projekt „Basler Taubenaktion“ gestartet und damit erfolgreich die Taubenpopulation verringern können. Es wurde verschiedene Maßnahmen gesetzt, wie beispielsweise zahlreiche Taubenkobel (samt Entfernung der Taubeneier), Reduzierung des Futterangebotes, professionelle mechanische Taubenabwehr an Häusern und Beratung der Bevölkerung.  So konnte innerhalb von nur vier Jahren die Anzahl von 20.000 auf 8000 Tauben reduziert werden.
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