25.07.2016, 13:01 Uhr

UPDATE: Mehrstündiger Cobra-Einsatz in Wels

Während des Cobra-Einsatzes ist es in Wels zu zwei Festnahmen gekommen. (Foto: laumat.at/Matthias Lauber)
WELS/ÖSTERREICH. Am 21. Juli wurden bei einer durch die Salzburger Polizei in Zusammenarbeit mit dem Bundeskriminalamt geleiteten Zugriffsaktion zum Thema Schlepperei sieben Personen festgenommen, darunter auch welche in Österreich. Die Zugriffe fanden herzulande in Poysdorf (NÖ), Wien und Wels (zwei Festnahmen) statt. Diese Personen, die zu einer internationalen Schlepperbande gehören sollen, nahm das Einsatzkommando Cobra fest. Bei den insgesamt zwölf Hausdurchsuchungen wurden unzählige Mobiltelefone, Bargeld und Schusswaffen sichergestellt. Insgesamt wurden im Rahmen der Ermittlungen seit 5. September 2015 17 Festnahmen vollzogen. Bei dem mehrstündigen Einsatz vergangene Woche waren in Österreich, Deutschland und Ungarn insgesamt mehr als 100 Beamte der österreichischen Polizei im Einsatz. Weitere Hausdurchsuchungen und Verhaftungen werden nicht ausgeschlossen, vor allem die Mobiltelefone werden geprüft.

Für Schleppungen geworben

Die Ermittlungen haben begonnen, nachdem im September vergangenen Jahres ein polnischer Schlepper aufgegriffen wurde. Beamte des Landeskriminalamts Salzburg stellten daraufhin fest, dass es sich dabei nicht um eine Einzeltat, sondern um eine größere Organisation handeln muss. In der Folge wurden weitere Personen in Polen festgenommen. Im Rahmen der Befragungen stellte sich heraus, dass ein festgenommener Pole in Polen für "Flüchtlingstransporte" auf der Fahrtstrecke Budapest-Wien Fahrer anwarb. Er stellte eine Bezahlung von 700 Euro in Aussicht, 200 davon wurden als Vorauskasse ("Benzingeld") bezahlt und 500 bei der Rückkehr nach Budapest. Bei den Mitgliedern der Organisation handelt es sich laut Polizeiangaben fast ausschließlich um in Österreich ansässige Personen aus der russischen Region Tschetschenien. Eine genaue Anzahl der durch die Organisation geschleppten Migranten kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht angegeben werden. Es sollen aber mehr als 1000 sein.

Wie viel pro Schleppung bezahlt wird

Derzeit kostet eine Schleppung von Ungarn nach Wien gut 300 Euro pro Person, von Ungarn nach Deutschland zwischen 700 und 800 Euro. Für eine Fahrt von Wien nach Frankreich werden pro Fahrt und Pkw etwa 2400 Euro veranschlagt. Folgende Straftatbestände werden den ausgeforschten Schleppern vorgeworfen: Gewerbsmäßige Schlepperei im Rahmen einer kriminellen Organisation (bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe), Kriminelle Organisation (bis zu fünf Jahren), Illegaler Waffenbesitz (bis zu einem Jahr) und Urkundenfälschung (bis zu einem Jahr).



Erster Bericht, vom 22. Juli:
In einem Welser Stadtteil ereignete sich am gestrigen Donnerstag ein Cobra-Einsatz. Das bestätigt Eva Wenzl von der Polizei-Pressestelle Salzburg. "Der Einsatz wird koordiniert vom Kriminalamt Salzburg und der Bundespolizei." Der Einsatz lief mehrere Stunden lang in mehreren Teilen Österreichs. Freitagfrüh bestätigte die Salzburger Polizei, dass es bei den Einsätzen um das Thema "Menschenhandel" ging und dass es zu mehreren Festnahmen kam, unter anderem in Wels. Vermutlich handelte es sich um einen Schlag gegen einen großen Schlepperring in Oberösterreich und Salzburg. Mehr Informationen zu der Aktion will die Polizei am kommenden Montag bekanntgeben.
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