09.03.2016, 23:30 Uhr

Welser Tafel: "Pro Woche bis zu 10 neue Ausweise"

In der Welser Tafel bieten Erwin Hehenberger und sein Team 5600 Produkte deutlich unter dem Marktpreis an. (Foto: Herzog)

In Wels sind mehr als 6000 Menschen armutsgefährdet. Für sie sind Sozialmärkte eine wichtige Anlaufstelle.

WELS. In Sozialmärkten erhalten Menschen, die unter der Armutsgrenze leben, Lebensmittel, aber auch andere Dinge des täglichen Bedarfs zu leistbaren Preisen. Das Rote Kreuz betreibt im Bezirk Wels-Land zwei Sozialmärkte. Einen in Stadl-Paura und einen in Marchtrenk. Hinzu kommen der Sozialmarkt der Volkshilfe, der ReVital-Shop und der Volkshilfeshop in Wels (nähere Infos unten). Einen weiteren Sozialmarkt gibt es am Flotzingerplatz 6 in der Welser Neustadt. „Meine Frau und ich haben uns immer schon sozial engagiert. Der Glaube spielt dabei eine wichtige Rolle“, antwortet Erwin Hehenberger, der Betreiber der „Welser Tafel“, wenn man ihn nach seiner Motivation dafür fragt. Nebenbei kocht er in seiner Sozialküche einmal wöchentlich eine kostenlose Mahlzeit und hilft im HelpOutlet mit günstiger Kleidung aus. Das alles erledigt er in seiner Freizeit. „Ich bin ein Organisationstalent, anders wäre das nicht möglich“, sagt Hehenberger, der als Prozessmanager bei einem Fensterhersteller arbeitet. Seit knapp zwei Jahren ist der Sozialmarkt in seiner jetzigen Form dienstags und freitags von 14 bis 16.30 Uhr geöffnet. Das Angebot ist vielfältig, die Kassa fasst mittlerweile 5600 Produkte. Eine Einkaufsberechtigung bekommt jeder, der unter die Mindestverdienstgrenze fällt. Der Ausweis gilt zwei Jahre. Auf Hauptprodukte, wie etwa Hygieneartikel oder Waschpulver, gibt es ein Tageslimit von zehn Euro. Brot, Obst und Gemüse werden zu einem Kilopreis von 60 Cent verrechnet. Der Rest ist eine Ermessensentscheidung: „Je nachdem wieviel wir da haben“, erklärt Hehenberger. „Wenn wir aufsperren, wartet manchmal schon eine ganze Traube draußen. Aber mehr als vier Leute dürfen nicht gleichzeitig herein. Da können wir, wenn es sein muss, auch sehr resolut sein“, erzählt Gitti Predl, eine von zwölf ehrenamtlichen Helfern. Ein Ampelsystem regelt den Zugang. Wöchentlich kaufen etwa 100 Personen im Markt ein. 500 Karten sind derzeit im Umlauf.

Beschädigt oder abgelaufen

Bei den angebotenen Artikeln handelt es sich um sogenannte B-Ware. Ware, die beschädigt ist oder das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten hat. Vor allem Lebensmittel werden vor dem Einräumen in die Regale sehr genau überprüft. Ist etwas faulig, wird es sofort aussortiert. Hehenberger hat Verträge mit regionalen Lebensmittelmärkten, Bäckern und Fleischern. Von ihnen bekommt er die Ware kostenlos zur Verfügung gestellt. Er weiß aber, dass Essen vielerorts einfach im Müll landet, um frischerer Ware im Regal Platz zu machen. „Der Andrang ist oft so groß, dass es schon noch mehr sein könnte“, gibt Hehenberger zu.

Welser Sozialmärkte

Sozialmarkt Wels
Angebot: Lebensmittel
Vogelweiderstraße 29
Öffnungszeiten: Montag von 10 bis 12 Uhr. Dienstag bis Freitag von 14 bis 17 Uhr.
Telefon: 07242-54790
www.volkshilfe-ooe.at/shops-lokale/shops/soma/

ReVital-Shop Wels
Angebot: Möbel, Haushaltsgeräte, Sportartikel
Florianiweg 7
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 9 bis 13 Uhr und von 14 bis 18 Uhr.
Telefon: 07242-351652
www.volkshilfe-ooe.at/revital/

Volkshilfeshop Wels
Angebot: Kleidung, Schuhe, Bücher, Second-Hand-Artikel
Vogelweiderstraße 29
Öffnungszeiten: Montag von 9 bis 12 Uhr. Dienstags bis Freitag von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr.
Telefon: 07242-54790
www.volkshilfe-ooe.at
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