19.08.2016, 14:12 Uhr

Die Parallelen zwischen Basketball und Leichtathletik

Der Weitsprung ist die Königsdisziplin des 20-jährigen Max Drössler. (Foto: Helmut Plohberger)

Max Drösslers Basketballkarriere fand aufgrund einer Verletzung ein frühes Ende. Dadurch kam er zum Weitsprung und Sprint.

WELS. Der 20-jährige Max Drössler zählt trotz seines jungen Alters zu den besten Weitspringern in Österreich. "Es gibt nicht viele Erwachsene in diesem Sport, weil die meisten aufhören, zum Beispiel wegen der Arbeit", gibt sich der Welser bescheiden. Sein Rekord aus dem Jahr 2014 liegt derzeit bei 7,48 Metern. Dies war mit dem Hallen-Staatsmeistertitel auch seine bisher beste Saison. "Da war ich in der vierten Klasse, die Schule war daher nicht so anstrengend. In der Maturaklasse musste ich viel lernen und konnte fast drei Monate lang nicht trainieren." Derzeit ist er wieder voll im Training, im September startet zudem sein Studium "Global Sales and Marketing" in Steyr. "Ich werde den Sport sicher nicht aufgeben. Neben dem Studium oder der Arbeit ist er ein guter Ausgleich. Das ergänzt sich", verspricht der Sportler vom PSV-Hornbach Wels. Das Training des Weitspringers und Sprinters findet aktuell in Salzburg, oft gemeinsam mit dem zweifachen Paralympics-Sieger Günther Matzinger, und Linz statt. Für sechs Trainings pro Woche wendet Drössler insgesamt etwa 14 Stunden auf.

"Ursprüngliche Form des Sports"

Zur Leichtathletik kam der 20-Jährige im Alter von elf Jahren. "Davor spielte ich Basketball. Nachdem ich mir den Ellbogen zertrümmert habe und die Ärzte meinten ich solle nicht mehr spielen, habe ich aufgehört und mir etwas anderes gesucht." Die Leichtathletik war naheliegend, vor allem seine beiden Disziplinen. "Wie im Basketball wird gesprungen und gelaufen. Zunächst machte ich nur Cross- und Marktläufe. Ich hatte aber einfach mehr Talent für das Springen", begründet Drössler. Doch nicht nur sein Talent begeisterte ihn für diesen Sport. "Es ist cool, dass man dabei auf seine eigene Leistung schauen und jene des Gegners nicht beeinflussen kann. Es ist eine ursprüngliche Form des Sports ohne irgendwelche Hilfsmittel. Man verwendet die eigene Kraft und Technik. Es kann sich außerdem jeder etwas darunter vorstellen. Wenn die Leute hören, dass man 7,48 Meter gesprungen ist, klingt das gleich viel besser", lacht der Athlet. Als nächsten Meilenstein möchte er 7,70 Meter erreichen, diesen peilt er für 2017 an. Dann findet mit der U23-Europameisterschaft in der polnischen Stadt Bydgoszcz auch das nächste große Highlight für den Welser statt. "Die Limits sind nicht weit weg von meinen Bestleistungen. Theoretisch möglich ist, dass ich sie im Weitsprung und im 200-Meter-Lauf schaffe. Darauf trainiere ich hin."

"Kleinere Verletzungen sind immer dabei"

International bestehen zu können, sei jedoch ein sehr großer Schritt. "Dort springen sie nicht mehr 7,50 Meter weit, sondern acht." 2016 bestreitet er mit dem 400-Meter-Lauf am Salzachsee nur mehr einen Bewerb. Die Saison überstand er bisher ohne gröbere Verletzung. "Ein paar kleinere wie überdehnte Bänder hat man immer dabei, aber vor vier Jahren hatte ich einen Patellasehneneinriss. Daran hing ich acht Monate lang. Es sind große Kräfte, die auf das Knie und das Sprunggelenk wirken. Wenn man sie falsch belastet, ist schnell mal etwas passiert." Die richtige Belastung bedeutet viel Training. Viel Training bedeutet Einbußen bei der Freizeitgestaltung. "Klar habe ich mir, vor allem mit 16 und 17 Jahren, öfters gedacht, dass ich gerne mal fortgehen würde." Es gebe aber viele glückliche Momente im Sport, die andere Menschen nicht erleben und schätzen können. "Wie zum Beispiel, wenn man nach Kopenhagen zu einem Meeting eingeladen wird."

Prominenz im Verein

Beim PSV Wels zählt er laut Leichtathletik-Sektionsleiter Michael Hager zu den drei talentiertesten Leichtathleten aller Zeiten. Die anderen beiden sind Olympiateilnehmerin Ivona Dadic und Manuel Leiter, der ebenfalls international auftritt. Beide sind jedoch nicht mehr beim Verein. "Max ist noch sehr jung und hat Potential nach oben. Wenn er gesund bleibt und regelmäßig professionell trainiert, ist sicher auch international etwas drin", sagt Hager.
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