16.03.2016, 19:05 Uhr

Zu Gast bei den Waldknöpfen

Die Kindergartenpädagoginnen sind für jedes der 17 Kinder da (Foto: Privat)

Das Konzept des Waldkindergartens hat in den letzten Jahren großen Zuspruch gefunden.

Zuletzt wurde auch in Kematen und Zirl eine derartige Einrichtung eröffnet. In Völs gibt es die "Waldknöpfe" bereits seit fünf Jahren, der zweite in Tirol überhaupt.
Was macht das Konzept so erfolgreich? Katharina Baumgartner, Kindergartenpädagogin bei den Völser Waldknöpfen, weiß die Antwort: "Das Positivste ist, dass die Kinder die eigenen Grenzen kennenlernen und darüber hinauswachsen. Sie spüren sich dabei selber und lernen sich selbst einzuschätzen."

Wetterfest im Freien

Der Tag beginnt im Waldknöpfe-Container, wo sich die Bande von 17 Kindern sammelt, bevor es in den Wald geht. Wichtig dabei: Die Kinder bewegen sich fast bei jedem Wetter im Freien und können dort ihre Kreativität ausleben und stärken. "An einem Tag ist der Baumstamm ein Flugzeug, am nächsten Tag eine Raupe. Die Kinder entwickeln selbst Spiele.", erzählt Katharina Baumgartner. Auf den zurechtgelegten Waldplätzen mit Indianerzelt, Planen usw. können sich die Kinder austoben. Dabei sind sie kleine Forscher, Entdecker, Hüttenbauer, Werkzeugmacher und Sammler. Die Jause bereiten die Kinder mit den Pädagoginnen selbst vor. Sprachentwicklung, Bewegung und Musik werden dabei nicht außer Acht gelassen und neben der Freude an der Natur, macht sich das Ganze positiv an der Gesundheit der Kinder bemerkbar. "Es ist sehr gut beobachtbar, dass unsere Kinder sehr wenig krank sind. Ein Schnupfen kommt vor, typische Kinder-Infektionskrankheiten sind dagegen sehr selten."

Vorbereitung auf die Schule

An oberster Stelle steht für die Pädagoginnen, dass die Kinder lernen, sich als Person wahrzunehmen und rücksichtsvoll agieren. Ein positiver Umgang mit Umwelt und den Mitmenschen, aufeinander aufpassen und Tiere und Pflanzen kennenlernen sind die Ziele. "Dabei wichtig ist, dass alle Punkte des Tiroler Bildungsplanes eins zu eins umgesetzt werden, nur eben draußen in der Natur.", bekräftigt die Kindergartenpädagogin. Die Kinder werden auf die Schule vorbereitet und die Erfahrung bestätigt, "Eltern, die bereits ihr zweites oder drittes Kind bei uns untergebracht haben, berichten durchwegs positive Neuigkeiten aus der Schulwelt. Es zeigt sich ein tolles Lernverhalten, es gibt kaum Probleme, eben weil sie ein gutes Fundament bei uns aufbauen. Sie haben eine gute Selbsteinschätzung und Wahrnehmung."

Eignung für den Waldkindergarten

Es gibt fast nur Positives zu berichten über den Waldkindergarten. Ist das Konzept ein Muss für jedes Kind? Nein, denn auch der reguläre Kindergarten hat seine Vorteile. Die Eignung ist vom Kind abhängig. "Nicht jedes Kind kann sich darauf einlassen. Aber es hat sich gezeigt, dass sie meistens hineinwachsen.", weiß Katharina Baumgartner.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.