26.08.2016, 11:06 Uhr

Afghanisches Asylgericht

Oberperfuss: Peter Anich-Haus |

Ca. 20 Personen folgten der Einladung des "Kochen ohne Grenzen Oberperfuss"-Teams zu einem Afghanischen Essen ins Peter Anich Haus.

Schon auf dem Platz vor dem Peter-Anich-Haus in Oberperfuss war es zu riechen: Da wird heute gekocht! Der Geruch nach Urlaub im Orient. Dominant ist die Minze! Folgte man der Nase kam man in den Veranstaltungssaal zu ebener Erde und sah einen Herd, Tische mit aufgedecktem Besteck, Gläsern und Servietten, und andere Tisch mit noch mit Alufolie überdeckten Backblechen. Einige Menschen warteten schon hungrig, andere gingen geschäftig zwischen Herd, Tischen und Miniküche hin und her... ein geheimnisvolles Treiben! Ein gelegentlicher Blick über in den riesigen Kochtopfrand beflügelte die Neugier mehr, als dass er sie befriedigte... Jedenfalls waren eindeutig Kichererbsen zu erkennen...

"Asylgericht - Kochen kennt keine Grenzen" ist ein Konzept, das in Hall unter anderen von Rebecka und Judith Schett entwickelt worden ist. Dabei geht es darum, dass Flüchtlinge für ihre ehrenamtlichen Helfer und interessierte Gäste Köstlichkeiten aus ihrer heimatlichen Küche vorbereiten, die dann in einem gemeinsamen Mahl verkostet werden können. In Oberperfuss betreuen ca. 30 Ehrenamtliche, davon 10 bis 15 Aktive, seit ca. zwei Jahren die 45 Flüchtlinge des Grünfelder Hofes. Nach der Sommerpause geht es nun bald wieder los mit dem wöchentlichen Sprach-Cafè, den Handarbeitsabenden, den Ausflügen oder auch mit den Einzelbetreuungen, so lernt jemand z.B. Trompete spielen, ein anderer besucht einen Hip-Hop-Kurs in Innsbruck.

Das "Asylgericht" ist ein neuer Programmpunkt in Oberperfuss, und er wurde sehr gut angenommen. In der Zeit des Fertigkochens hatten die Gäste außerdem viel Gelegenheit, miteinander in Kontakt zu treten und sich zu vernetzen, denn sie kamen z.B. auch aus Innsbruck, etwa auch eine der ehrenamtlichen "Refugees Learn"-Lehrerinnen. So manche gemeinsame Aktivität wurde hier dann geplant...

Insgesamt eine köstliche Idee, die zeigt, dass die Menschen in Tirol, einheimischen und mehrheimische, sehr gut miteinander leben, kochen und essen können. Friede geht schließlich auch durch den Magen!
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