24.05.2016, 19:53 Uhr

"Bist Du deppert!": Axamer Golfplatzprojekt im Fokus von Puls 4

Andreas Vitasek war in Axams und recherchierte die Fakten zum gescheiterten Golfplatzprojekt. (Foto: Puls 4)

Die Geschichte des gescheiterten Projekts wird in der TV-Sendung "Bist Du deppert" als Steuergeldverschwendung auf's Korn genommen!

in der PULS 4-Sendung „Bist Du deppert!“ präsentieren Comedians Fälle von Steuerverschwendung in ganz Österreich. In Sendung 5 der neuen Staffel ist auch ein Fall aus Tirol dabei, in dem es um die Planung und Konzeption eines Golfplatzes in Axams geht.

Besuch von Vitasek

Über den Besuch von Andreas Vitasek, der Mitglied des "Bist Du deppert"-Teams ist, wurde bereits kurz berichtet. Jetzt steht fest, was der Grund der Visite war: Das gescheiterte Golfplatzprojekt in Axams wird am Dienstag, dem 31. Mai um 20.15 Uhr auf Puls 4 von den Comedians ordentlich auf die Schaufel genommen.
Anbei gibt es eine vom Sender veröffentlichte Beschreibung der Recherche-Ergebnisse. Eines geht daraus klar hervor: All jene, die an diesem kläglich gescheiterten Projekt beteiligt waren, müssen sich auf etwas gefasst machen.

Zusammenfassung

Unter Federführung der Gemeinde Axams haben sich in Tirol mehrere Gemeinden zusammengeschlossen, um einen Golfplatz zu errichten und zu betreiben. Das Projekt wurde nicht verwirklicht, da es die Umweltverträglichkeitsprüfung nicht bestand. Gekostet hat es trotzdem 260.000 Euro – dabei hätte man wissen müssen, dass das Projekt nicht umsetzbar ist. Zudem gibt es im Umkreis von 35 Kilometern bereits sieben Golfanlagen.

Hintergrundinfos

In der Gemeinde Axams in Tirol hatten der damalige Axamer Bürgermeister Rudolf Nagl und Josef Holzknecht, Vorstandsmitglied der örtlichen Raiffeisenbank, das Vorhaben, einen Golfplatz zu errichten. Josef Holzknecht wäre laut Zeitungsberichten auch Betreiber des Golfplatzes geworden. Der Plan dahinter war, mit dem Golfplatz Axams zum Touristen-Mekka zu machen.

Golf-Gesellschaft

Das Projekt wird im Gemeinderat im August 2007 vorgestellt. Einen Monat später wird eine Gesellschaft gegründet – die GV Feriendörfer Golf GmbH. Ebenfalls mit an Bord: Die Nachbargemeinden Grinzens, Götzens, Mutters und Birgitz. Andreas Vitásek: „Tja, und dann wird aus der Partie, die so schwungvoll begonnen hat, ein zähes Spiel, das erst sieben Jahre später wirklich zu Ende geht.“ Damit gebaut werden darf, muss zuerst einmal eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt werden. Dafür werden Gutachten in Auftrag gegeben – und zwar Insgesamt 22!

Ursachensuche

Dass der Golfplatz nicht gebaut wurde, hat mehrere Gründe:
Die Fläche, auf der der Platz hätte errichtet werden sollen, ist landwirtschaftliches Gebiet. Laut einem der 22 Gutachten hätte der Golfplatz von 33 Hektar die landwirtschaftliche Produktion in der Gegend deutlich verringert, die Preise für die übrigen Landwirtschaftsflächen wären in die Höhe getrieben worden, außerdem hätte die Konzentration von Pestiziden und Herbiziden zugenommen. Andreas Vitásek: „Das heißt, die Einzigen, die hier Löcher graben dürfen, sind Feldhamster.“
Außerdem leben auf dem Gebiet gleich 13 gefährdete Vogelarten, dazu eine geschützte Fledermausart und 13 gefährdete Pflanzenarten. Auch Straßen führen durch das Gebiet, auf dem der Golfplatz hätte erbaut werden sollen, und Häuser stehen dort ebenfalls. In der Umweltverträglichkeitsprüfung ist von „Gefährdung durch herumfliegende Golfbälle“ die Rede. Ein weiterer Grund, der eigentlich auffallen hätte müssen: Im Umkreis von 35 Kilometern gibt es gleich sieben Golfplätze!


Negative Prüfungen

Insgesamt hat es vier Umweltverträglichkeitsprüfungen gegeben, „frei nach dem Motto: Vielleicht wird ja die nächste positiv!“, wie Andreas Vitásek es beschreibt. Alle vier Prüfungen waren aber negativ, nach der vierten wurde das Projekt endlich eingestellt, die Betreiberfirma des Herrn Bürgermeisters und des Herrn Bankenaufsichtsrats schließlich 2014 aufgelöst.

Absurditäten

Das Absurde daran: All die Gutachten hätte man sich sparen können. Bereits im Jahr 2008 hat die Tiroler Landesregierung nämlich alle 37 Planungsverbände – sprich Regionen – des Landes auf ihre Eignung für Golfplätze untersucht (Wie steht es um die touristische Infrastruktur, Umwelt, etc.). Vernichtendes Ergebnis: Diese Region hat es gerade einmal auf Platz 34 gebracht. Fest steht jedenfalls: Der „unsichtbare“ Golfplatz in Axams hat die Steuerzahler – aufgrund der Ausgaben für Gutachten, Planung und Umweltverträglichkeitsprüfungen – insgesamt 260.000 Euro gekostet.

Soweit der Pressetext im Original – und wer jetzt noch wissen will, was die Comedians über diese Causa zu sagen haben, muss am Dienstag, dem 31. Mai um 20.15 Uhr den Fernseher einschalten und Puls 4 wählen!
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