24.06.2016, 11:41 Uhr

Müllgebühr im Bezirk: Bgm. Rudolf Häusler geht auf die Barrikaden

Bgm. Rudolf Häusler stellt das System der Restmüllentsorgung im Bezirk in Frage und will reagieren!

Der Kemater Bürgermeister will das Restmüllentsorgungssystem mit überhöhten Tarifen nicht mehr länger akzeptieren!

Der Kemater Bürgermeister läuft derzeit im Angriffsmodus und beindet sich eigenen Ausagen zufolge bereits im "roten Bereich". Grund für die Erregung von Rudolf Häusler ist die Gebühr für die Restmüllentsorgung in der Deponie Ahrental, die seiner Meinung nach im Vergleich zu anderen Bezirken exorbitant hoch und nicht mehr tragbar ist.
Zur Erklärung: Die Gemeinden in den Bezirken Innsbruck, Innsbruck-Land und Schwaz zahlen 193 Euro pro Tonne Restmüll. Der Vergleich mit dem Bezirk Kufstein (135 Euro), ganz zu schweigen von Reutte (95 Euro), macht sicher: Hier wird viel zu viel Geld im Restmüll entsorgt

System in Frage stellen

Bgm. Rudolf Häusler will sich in dieser Causa nicht mehr beruhigen lassen und kündigt Taten an: "Ich werde alles daransetzen, um dieses System in Frage zu stellen. Diese Sache wurde komplett ausgelagert, mit dem Ergebnis, dass die Bürgermeister bzw. die Gemeinden nichts mehr mitzureden haben, sondern nur noch Anweisungen erhalten. Ich werde das Thema sachlich und fachlich angehen, aber mich auch trauen, unangenehm zu werden. Ob das jemanden passt oder nicht, ist mir egal. Es geht hier um die Bürger unserer Gemeinden, und da sollten die Bürgermeister solche Vorgängen nicht mehr länger tatenlos zusehen. Es gibt inzwischen auch viele Befürworter – da werden sich einige noch wundern."
Das Ziel ist für Häusler klar: "Die Gebühren müssen um mindestens 50 Euro pro Tonne billiger werden, und dafür werde ich kämpfen!"

Unterstützung für Häusler

... kommt auch aus Völs. GR Franz Köfel, der als Umwelttechniker auf Kompetenz bei diesem Thema verweist. "Bgm. Häusler hat völlig recht, wenn er in dieser Sache endlich Taten fordert. in einer Ortschaft in der Völser Größenordnung mit einem jährlichen Restmüllaufkommen von 835 Tonnen im Jahre 2015 werden 161.000 Euro an Gebühren fällig. im Bezirk Reutte, wo der Restmüll ebenso gesetzeskonform entsorgt wird, kostet dies nur 82.000 Euro! Das kann nicht mehr hingenommen werden!"

Verantwortlichkeiten

Franz Köfel glaubt auch die Gründe für diese Entwicklung zu kennen: "Zu verantworten haben das jene Politiker, welche vor rund 10 Jahren die geplante Restmüllverbrennungsanlage in Kundl mit fadenscheinigen Argumenten verhindert haben. Als Umwelttechniker bin ich damals gegen diese blödsinnige Idee der angeblich biologisch-mechanischen Müllbehandlungsanlage und für die Verbrennungsanlage in den Medien aufgetreten. Das 'biologisch' wurde im Ahrental inzwischen gestrichen und mechanisch wird bei Weitem nicht soviel Kunststoff aus dem Restmüll getrennt, dass es sich, wie zu Anfang behauptet wurde, auszahlen würde. Wir haben in Tirol sowieso die Abfalltrennung in den Haushalten. Diese Anlage ist ein einziger Reinfall auf Kosten der Bürger."

"Idiotie im Ahrental"

Das Abgasargument durch eine Müllverbrennungsanlage würde nicht ziehen, da beispielsweise im 9. Bezirk der Stadt Wien (Spittelau, Hundertwasser-Kunstwerk), unbeanstandet eine solche betrieben werde, argumentiert Köfel. Er hat zu diesem Thema auch weiter recherchiert: "Mit den heutigen technologisch ausgereiften Filteranlagen ist das schon lange kein Problem mehr. Für die Idiotie mit der Anlage im Ahrental muss der Bürger nun zahlen. Weiter büßen müssen die Steuerzahler in Tirol bekanntlich für die Nachsorge der Deponie Riederberg mit rund 25 Millionen Euro, da die Betreiber in Konkurs gingen, bevor das Land zugreifen konnte. Der Betrieb dieser Deponie wurde ohne ausreichende Sicherstellung und Rücklagen zugelassen, und nun hat wieder der Steuerzahler den Salat. Das alles ist Müllentsorgung auf tirolerisch."
1
Einem Mitglied gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.