30.03.2016, 06:00 Uhr

Frostiges Polit-Klima in Birgitz

Bei der Wahl gab es freundliche Gesichter – damit scheint es vorerst vorbei zu sein (v.l.n..r.: Markus Haid, Herbert Jordan, Luis Oberdanner)

Konstituierende Sitzung hat stattgefunden – die Differenzen sind jedoch unüberseh- und hörbar!

Das Verhältnis zwischen der Bürgermeisterliste und der Unabhängigen Liste Birgitz (ULB) war zu keiner Zeit von besonderer Herzlichkeit geprägt. Nach den jüngsten Wahlen und den Veränderungen zugunsten der ULB drohen die Gräben jedoch weiter aufzubrechen. Die Mandatare der Bürgermeisterliste vom Luis Oberdanner hatten sich für die zu einem früheren Zeitpunkt angesetzte konstituierende Sitzung entschuldigt, was eine Verschiebung mit sich zog. In diese Woche war es soweit – und die vier erstgereihten Kandidaten Luis Oberdanner, Sepp Strasser, Thomas Zöttl und Dr. Andrea Sejkora traten ihr Mandat auch an. Ob es allerdings dabei bleibt, ist noch unklar.

Unmut beim Ex-Bürgermeister

Ex-Bürgermeister Luis Oberdanner zeigt sich nach dieser ersten Sitzung unter Leitung seines Nachfolgers Markus Haid (ULB) nicht angetan. Grund: Alle anderen Mandatare als die seiner Liste versagten ihm die Zustimmung zur Wahl des Vizebürgermeisters. Dieses Amt bekleidet Wolfgang Steiner von der ULB. "Dass auch alle Ausschussvorsitze an ULB-Mandatare verteilt wurden, zeigt, dass alle Bekenntnisse zur Zusammenarbeit nichts wert waren", zeigt sich Luis Oberdanner enttäuscht. Sogar der Überprüfungsausschuss wird von einem ULB-Gemeinderat geleitet – das spricht wohl für sich", zürnt Oberdanner weiter. "Da wundert es auch nicht mehr, dass der Agrarsubstanzverwalter ebenfalls von der ULB gestellt wird. Ich kann noch nicht sagen, ob ich mir die politische Arbeit unter diesen Umständen antun soll!"

Keine Gesprächsbereitschaft

Bgm. Markus Haid will derartige Vorhaltungen nicht kommentarlos hinnehmen. "Ich habe mich bemüht, ein positives Gesprächsklima zu schaffen. Dies ist mit der Heimatliste auch gelungen, bei der Bürgermeisterliste war allerdings keine Bereitschaft vorhanden – ergo hat es auch kein Gespräch gegeben. Wenn jemand nicht reden will, tut man sich schwer, gewisse Dinge im vorhinein abzuklären. Ich wollte Luis Oberdanner und seine Listenmitglieder immer einbinden, es ist aber trotz einiger Versuche meinerseits zu keinem Gespräch gekommen."

Experten am Zug

Auch bei der Besetzung der Ausschüsse will Haid keinerlei Unklarheiten aufkommen lassen: "Werner Dilitz war bereits in der Vorperiode Obmann des Überprüfungsausschusses und hat hervorragende Arbeit geleistet. Es gab keinen Grund, ihn von dieser Position abzuziehen. Dass Heinz Haid der neue Bauausschussobmann ist, liegt nicht an unserem Verwandtschaftsverhältnis. Er ist als Zimmermann und als Baumeister der Experte auf diesem Gebiet. Dasselbe gilt für Georg Haid als Substanzverwalter. Es mag schon sein, dass in der Vorperiode der Bürgermeister aus Kostengründen dieses Amt ausgeführt hat. Hier braucht es aber auch einen Fachmann, und Georg Haid weiß alles, was ich mir erst aneignen müsste. Der Gemeinde muss diese Fachkenntnis etwas wert sein, weil wir längerfristig dadurch Vorteile haben." Sollte es anders kommen, seien die Positionen nicht in Stein gemeißelt, so Haid weiter. "Wenn etwas nicht funkioniert, werden wir die Konsequenzen ziehen. Alles andere wäre unverantwortlich!"

Blick nach vorne

Sein Blick ist nach vorne gerichtet, so der neue Bürgermeister. "Wir haben keine Zeit mehr für Vorhaltungen und Jammereien, jetzt muss gearbeitet werden. Sollte sich die Opposition beteiligen wollen, sind ihre Vertreter herzlich eingeladen. Es gibt genug Baustellen, die wir entschlossen angehen müssen. Genau das werden wir auch tun. ich gehe äußerst positiv an das Ganze heran und freue mich auf die Arbeit für unser Dorf!"
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