14.06.2016, 09:33 Uhr

Funkhaus-Verkauf ist fix: Ö1 und FM4 ziehen auf den Küniglberg

Das Funkhaus in der Argentinierstraße hat bald einen neuen Eigentümer: Die Baugruppe Rhomberg erhielt den Zuschlag. (Foto: Rettet das Funkhaus)

Überraschend gibt der ORF bekannt, dass man sich für ein Kaufanbot für das Funkhaus entschieden habe. Den Zuschlag für das Gebäude in der Argentinierstraße erhielt jedoch nicht die IG Funkhaus, sondern die Vorarlberger Baugruppe Rhomberg.

WIEDEN. Jetzt ist es quasi beschlossene Sache: Das ORF-Funkhaus soll an die Vorarlberger Baugruppe Rhomberg gehen. Über den Kaufpreis schweigt der ORF. Insider vermuten aber, dass der angezielte Kaufpreis von 20 Millionen weit übertroffen worden sein dürfte.

Zwar wird nur ein Teil der Anlage verkauft und der Radio-Sendesaal, der Peichl-Trakt und die West-Studios verbleiben im Eigentum des ORF. Doch der Umzug der Radiosender Ö1 und FM4 auf den Küniglberg in Hietzing ist somit beschlossen. Das Funkhaus werde weiterhin als "Kulturstandort" genützt, so die ORF-Leitung.

Die nächsten Schritte: Das oberste ORF-Gremium muss den Verkauf in seiner Sitzung am 23. Juni noch absegnen. Außerdem soll der Beirat der Rhomberg Bau GmbH den Kauf bis Ende der Woche noch formell genehmigen.

Absage an die IG Funkhaus

Ebenfalls um die 15.000 Quadratmeter große Liegenschaft in der Argentinierstraße hatte sich die prominente "Interessensgemeinschaft Funkhaus", kurz IG Funkhaus, beworben. "Der ORF wird definitiv kein inhaltlich attraktiveres Angebot erhalten", war sich der Autor Gerhard Ruiss Anfang März noch sicher. Künstler von Karl Markovics über Manuel Rubey bis hin zu Willi "Ostbahn-Kurti" Resetarits unterstützten damals bei einer Pressekonferenz die Kaufabsichten der IG Funkhaus.

Doppelt bitter ist nun der Verkauf an Rhomberg für die IG Funkhaus: Auch dem wichtigsten Ziel der IG - dem Erhalt der Radiosender FM4 und Ö1 im denkmalgeschützten Gebäude auf der Wieden - wurde damit eine herbe Absage erteilt.

Regelrecht erschüttert reagiert auch Wiedens Bezirksvorsteher Leo Plasch auf die Neuigkeit: "Das ist ein Schock! Ich habe mich sehr für den Erhalt der Radiosender Ö1 und FM4 im Bezirk eingesetzt, aber eine Entscheidungsgewalt habe ich als Bezirksvorsteher beim Thema Funkhausverkauf nie gehabt. Im Rahmen meiner Möglichkeiten habe ich dafür gekämpft - leider umsonst."

Hintergrund

Bericht: Bürgerinitiative will das Funkhaus kaufen
Bericht: "Der ORF wird definitiv kein inhaltlich attraktiveres Angebot erhalten"
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