30.03.2016, 13:22 Uhr

Institution im Funkhaus: Radio Afrika droht das Aus

Gründer Alexis Neuberg (links) kämpft für den Erhalt des Senders. (Foto: Radio Afrika)

Seit 19 Jahren sendet die afrikanische Community aus dem Funkhaus. Nun kämpft der Verein "Radio Afrika" mit finanziellen Problemen und muss Mitarbeiter entlassen.

WIEDEN. Radio Afrika hat mit Geldproblemen zu kämpfen und muss als ersten Schritt in Kürze Mitarbeiter kündigen. Doch damit würde die Qualität des Radioprogramms sinken, was wiederum weitere Kürzungen der Subventionen zur Folge hätte.

"Wir müssen derzeit kämpfen und Maßnahmen gegen den Konkurs treffen", bestätigt der Gründer und Geschäftsführer Alexis Nshimyimana Neuberg die Gerüchte. "Es werden Mitarbeiter gekündigt, damit wir finanziell überleben können. Doch ohne gute Mitarbeiter können wir keine solide Arbeit verrichten. Genau das wird aber von uns verlangt, um höhere Förderungen zu bekommen."

Keine Werbeeinnahmen möglich

Da wir weder Ö1 noch auf Okto Werbeblöcke verkaufen dürfen, kann Radio Afrika ausschließlich durch Subventionen finanziert werden. Eine fixe Summe gibt es nicht; jedes Jahr müssen unterschiedliche Anträge gestellt werden, um die nötige Gesamtsumme zur Betreibung des Senders zu erhalten. "Seit ungefähr sieben Jahren verlangen unsere Hörer gute Qualität - das ist nur durch Finanzierung möglich, da wir keine Werbung schalten dürfen." Seit 2013 werden die Fördergelder jedoch immer weniger. "Gerade jetzt mit der Immigrationswelle ist es besonders wichtig, das Bild Afrikas ins richtige Licht zu rücken. Die Gesellschaft denkt bei afrikanischen Migranten gleich an Drogendealer, dabei sind gut ausgebildete Menschen darunter", so Neuberg, der in Ruanda Biologie und Chemie studierte und in Wien einen weiteren Hochschulabschluss in Publizistik und Kommunikationswissenschaft erworben hat.

"Radio Afrika ist so wichtig für die europäisch-afrikanischen Beziehungen. Wir sind nicht nur das Sprachrohr der afrikanischen Community in Österreich, sondern realisieren viele Projekte und sind auch eine Plattform für den wirtschaftlichen Austausch mit Afrika. Es wäre schade, wenn wir nach 19 Jahren Aufbau qualitativ runterfahren müssten."

Hintergrund:

Am 21. März 1997 ging Radio Afrika erstmals on air. Seitdem sendet der Verein täglich drei Stunden Reportagen, Interviews und internationale Beiträge aus dem Funkhaus in der Argentinierstraße. Im Jahr 2005 kam das Magazin "Afrika TV" auf Okto als Sprachrohr für die afrikanische Community dazu.
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