20.04.2016, 12:57 Uhr

U1-Ausbau: Im Tunnel zwischen Troststraße und Altes Landgut

U-Bahnhof Troststraße: Derzeit wird noch fleißig gearbeitet.

Beton, Halogenlampen und funkelnde Schienen: Lokalaugenschein auf der U1-Baustelle – 500 Tage vor der Eröffnung.

WIEN. Das Licht am Ende des Tunnels ist bereits zu sehen. Dass die Eröffnung noch 500 Tage dauern soll, ist eigentlich schwer vorzustellen. Die Schienen sind da, die Bahnsteige und die weißen Tafeln mit dem roten Rand, wo später einmal der Plan der U1 dargestellt sein wird – von Leopoldau bis Oberlaa.

Die Schienen sind noch unbenutzt, doch der Tunnel zwischen den Stationen Troststraße und Altes Landgut ist fertig. Beton dominiert den Weg. In "neuer österreichischer Tunnelbauweise" hat man sich von zwei Seiten der Röhre angenommen. Halogenlampen erleuchten im Abstand von 20 Metern den Tunnel. Für den Kilometer U-Bahnstrecke braucht man zu Fuß rund zehn Minuten. Verkehrsminister Gerald Klug, Öffi-Stadträtin Ulli Sima, Wiener Linien-Chef Günther Steinbauer und der SP-Bezirksvizechef von Favoriten, Josef Kaindl, machten sich am Mittwochvormittag ein Bild von der 600 Millionen Euro teuren Baustelle unterhalb der Favoritenstraße.

"Seit 40 Jahren bildet die U-Bahn ein starkes Rückgrat für den öffentlichen Verkehr in Wien. Sie ermöglicht das schnelle, komfortable und sichere Vorankommen in der Stadt. In den letzten Jahrzehnten haben wir den U-Bahnbau stark voran getrieben", so Verkehrsminister Klug in der zukünftigen Station Troststraße. Das Verkehrsministerium übernimmt 50 Prozent der Gesamtkosten. Ein kleiner Teil davon wurde medienwirksam in Wurstsemmeln und Kornspitze für die Bauarbeiter ausgegeben. "Ich bedanke mich vor allem bei euch für den reibungslosen Ablauf der Baurabeiten", sagte Klug zu den Männern in Warnweste und verteilte händeschüttelnd die Jause.

4,6 Kilometer Neubau

4,6 Kilometer U-Bahn werden derzeit neu gebaut – vom Reumannplatz bis Oberlaa. Insgesamt fünf neue Stationen wird es ab 2. September 2017 vom Favoritner Zentrum stadtauswärts geben. An der Oberfläche wird derzeit eifrig im Bereich der zukünftigen Stationen Neulaa und Oberlaa an den Stationsgebäuden, Betriebsräumen, Revisions- und Abstellhallen und im Gleisbau gebaut.

U1: 19 Kilometer lang

50.000 Favoritner leben im Einzugsgebiet des U1-Ausbaugebiets. Für sie verkürzt sich die Fahrzeit von Oberlaa bis zum Stephansplatz von derzeit 30 auf 15 Minuten. Mit der Eröffnung der Verlängerung wird die U1 mit mehr als 19 Kilometern Länge zur längsten U-Bahnlinie Wiens.

Zwischen den Stationen Troststraße und Altes Landgut ist ein deutlicher Temperaturunterschied zu spüren. Die Troststraße liegt tiefer, am Verteilerkreis ist man näher an der Oberfläche, über den zukünftige Stiegenaufgang ist wieder der blaue Himmel zu sehen. Am Ende des Tunnels wartet nicht nur das Licht, sondern auch die Brötchen.
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Johann Michels aus Leopoldstadt | 21.04.2016 | 11:26   Melden
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