04.07.2016, 11:16 Uhr

Urban Culture, Sound und Delikatessen – 19. Freihausviertelfest auf der Wieden.

Im 17. Jhdt. garantierte das Freihaus dem Besitzer des Gebäudes Steuerfreiheit und eine eigene Gerichtsbarkeit, im 21. Jahrhundert ist das Szene-Viertel zwischen Wiedner Hauptstraße und dem Naschmarkt ein Markenzeichen für Urbanität, Kreativität und Kultur. In einer Zeit, in der immer mehr Bürger abgleiten in Facebook-Blasen, Internet-Isolation und Online-Käufe, ist es wichtig, dass derartige Vorzüge bzw. USP´s (in der Marketing-Sprache) auch präsentiert und kommuniziert werden. Seit bereits 19 Jahren findet das Freihausviertelfest, eines der größten Street-Festivals Wiens, statt, auch dieses Jahr wieder organisiert vom engagierten Vereinsobmann Karl Raab.

Das Festival-Areal umfasste auch dieses Jahr die Schleifmühlgasse (die nach der Schleifmühlbrücke auch als Begegnungszone im Gespräch ist), den Kühnplatz, die Mühlgasse und die Heumühlgasse mit dem Thai-Festival. Erstmals dabei ist auch die Pressgasse, wo die trendige Restaurant-Bar Zweitbester neben einem Designer Market und Street Food auch mit Open-Air-DJ´s aufwarten konnte.

Neu dabei auch die kürzlich eröffnete Craft-Mühle in der Mühlgasse, die zusätzlich vor der Haupt-Bühne beim legendären Cafe Anzengruber ihre Bier-Kreationen unter die Besucher brachte und gegen Abend mit zahlreichen TV-Screens die EM-Freaks ins Pub lockte. Als Live-Act neben vielen anderen World Music-, Latin-, Country- und Rockkünstlern mit dabei auch Thomas Andreas Beck, der bereits beim Donaukanaltreiben mit seinen intelligenten Texten nachdenklich-melancholische Stimmung verbreitete. Bei einer seiner Moderationen lobte er auch die „Vollpension“, ein soziales Lokal-Projekt in der Schleifmühlgasse 16. Armutsgefährdete Senioren werden dort geringfügig beschäftigt, bereiten Mehlspeisen und Hausmannskost in wohnzimmerähnlichem Ambiente zu und bekommen dadurch wieder Anschluss an die Gesellschaft.

Lässiger Rhythm & Blues von Hary Wetterstein und Jonny Who & The Sunshine Killers abends aus dem Cafe Xeno, cooler Vintage Sound vor dem kultigen Johnny´s Pub am anderen Ende der Schleifmühlgasse. Dazwischen kommunizierende, trinkende und feiernde Menschen allen Alters, aller Schichten und aller Nationen, die die ersten wunderschönen Sommernächte im Freihausviertel einfach genießen wollten. So und nicht anders soll und muss Wien sein.
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