20.04.2016, 10:48 Uhr

Neuer Schutz für alte Häuser

ÖVP Bezirksrat Johann Grubmüller vor dem ehemaligen Postamt.

Die Schutzzone in der Phorusgasse soll weiter ausgeweitet werden. Verhandlungen laufen bereits.

WIEDEN. Bisher ist in der Phorusgasse nur das Gebäude mit der Hausnummer 1 als Schutzzone bezeichnet. Die ÖVP-Bezirksräte Johannes Pasquali und Ingrid Köttl plädieren in ihrem Antrag nun auf Ausweitung auf weitere schützenswerte Häuser: "Konkret geht es um die Nummern 2, 3, 4, 5 und 7. Auch diese Häuser sind wegen ihrem äußeren Erscheinungsbild erhaltenswürdig", erklärt ÖVP-Bezirksrat Johann Grubmüller.

Der Antrag auf Erweiterung der Schutzzone wurde in der Bezirksvertretersitzung im März einstimmig angenommen und dem Bauausschuß zugewiesen. "In der Bauausschusssitzung im April wird nun besprochen, wie es mit der Phorusgasse konkret weitergehen kann", erklärt Grubmüller. Als Architekt ist es ihm ein großes Bedürfnis, dass dieses Häuser-Ensemble zusammen erhalten bleibt.

Häuser-Ensemble erhalten

Patrik Volf, Pressesprecher von Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou, kann erst dann konkret etwas zu dem Antrag sagen, wenn dieser bei der MA 21 Stadtteilnutzung und Flächenplanung eingelangt ist. "Wir stehen der Ausweitung der Schutzzonen aber sehr wohlwollend gegenüber. Wenn immer es um so eine Ausweitung geht, muss man sich das größere Gebiet darum herum ansehen. Von dieser Begutachtung hängt dann auch der Zeitrahmen ab, in der über die Erweiterung einer Schutzzone entschieden wird."

Bedeutende Bauwerke

Der Antrag der ÖVP wird durch diverse Fachliteratur begründet: Das historische Zinshaus in der Phorusgasse 3 ist einst von Ludwig Schöne geplant und 1912 errichtet worden. Mit seiner flächigen Musterung stellt es einen wichtigen Vertreter des Übergangs vom Historismus zur Moderne dar.

Friedrich Achleitner hat das Gebäude in seinem Werk "Österreichische Architektur im 20. Jahrhundert" erwähnt, ebenso existiert ein Eintrag in der Österreichischen Kunsttopographie. Auch über die neubarocken Doppelzinshaus auf Nummer 5 und 7 gibt es solche Einträge. Weiters finden sich im Standardwerk „Dehio“ des Bundesdenkmalamts über die Kunstdenkmäler Österreichs die Gebäude Phorusgasse 2 und 4, die einst als Postamt und Volkschule errichtet wurden. Die Erhaltung dieser Architektur gilt somit als erstrebenswert. "Es gibt aber noch sehr viele weitere Juwelen im Stadtbild zu entdecken", so Grubmüller.
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