21.09.2016, 11:47 Uhr

Notar in 1190 Wien Döbling: Das neue Erbrecht rückt näher – Zeit, sich darauf einzustellen.

Mag. Andreas Tschugguel, seit 2015 Notarsubstitut im Notariat Dr. ChristophBeer. (Foto: pictures born/Nessler)

Im Juli 2015 wurde im Nationalrat das Erbrechts-Änderungsgesetz 2015 beschlossen, welches – in seinen wesentlichen Teilen – mit 1.1.2017 in Kraft treten wird.

Es handelt sich dabei um eine der größten Reformen in der Geschichte des Allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuchs (ABGB). Das gesamte Erbrecht wurde sprachlich neu gefasst und in vielen Bereichen teils wesentlich geändert.

Ein kurzer Überblick

Die Komplexität und Reichweite der Reform erlaubt hier freilich nur eine beispielhafte Erwähnung einzelner gesetzlicher Änderungen:

- Die Formvorschriften für das fremdhändige Testament werden verschärft.

- Das Erbrecht des Ehegatten wird gestärkt, indem das gesetzliche Erbrecht der Geschwister neben dem Ehegatten wegfällt.

- Der Lebensgefährte findet erstmals (bescheidenen) Eingang ins Erbrecht: Er hat künftig unter bestimmten Voraussetzungen ein außerordentliches Erbrecht, kommt also zum Zug, wenn gar kein gesetzlicher Erbe vorhanden ist.

- Die Erbunwürdigkeitsgründe werden neu geregelt.

- Die Möglichkeiten der Pflichtteilsminderung werden erweitert.

- Im Pflichtteilsrecht, insbesondere bei der Anrechnung von Schenkungen zu Lebzeiten, kommt es zu wesentlichen Änderungen.

- Pflegeleistungen im Familienkreis werden im Verlassenschaftsverfahren besonders berücksichtigt.

Vorsicht bei Privattestamenten!

Die Formvorschriften für fremdhändige – also etwa mittels Computer verfasste – Testamente ab dem 1.1.2017 werden (noch) strenger. Schon bisher musste man davor abraten, ein fremdhändiges Testament „zu Hause“ zu errichten. Angesichts der Neuerungen gilt dies nun umso mehr! Denn schon ein geringfügiger Formmangel eines Testaments führt zu dessen Ungültigkeit.

Der Weg zu Ihrem Notar lohnt sich also: Sie können sich damit nicht nur der Formgültigkeit Ihres Testaments gewiss sein, sondern ihren letzten Willen durch eine wohlbedachte Gestaltung Ihres Testaments auch inhaltlich möglichst optimal umsetzen.

Holen Sie sich Rat – überprüfen Sie Ihr Testament!

Das „neue Erbrecht“ ist grundsätzlich in Bezug auf Todesfälle ab 1.1.2017 anzuwenden ist. Die neuen gesetzlichen Bestimmungen, etwa auch zum Pflichtteilsrecht, sind also auch dann maßgeblich, wenn ein früheres Testament vorliegt.

Es ist daher unbedingt zu empfehlen, die eigene erb- und pflichtteilsrechtliche Situation sowie eine bereits errichtete letztwillige Verfügung noch einmal eingehend – vor dem Hintergrund der neuen Rechtslage – mit einem Erbrechtsberater zu besprechen. Denn einerseits bietet das neue Erbrecht gewisse neue Gestaltungsmöglichkeiten und andererseits bedarf es vielleicht Ergänzungen oder Änderungen des bestehenden Testaments, um die Verwirklichung Ihres letzten Willens weiterhin optimal zu gewährleisten.




Kontakt:
Notar Dr. Christoph Beer
Hardtgasse 17
1190 Wien
Tel.: 01/3684176
Mail: office@notar-beer.at
Homepage: www.notar-beer.at


0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.