Parkpickerl: Wie es wirkt
VP und FP wollen es mittels Volksbefragung verhindern. Die Grünen argumentieren mit Studien.
In Wien gibt es zwei Arten von Menschen: Parkpickerlgegner und -befürworter. Derzeit herrscht ein erbitterter Kampf zwischen den beiden Lagern. Über 75.000 Unterschriften konnten ÖVP und FPÖ bisher für eine Volksbefragung sammeln – und die Zahl steigt täglich.
Entlastung am Vormittag
Gelassen sehen das die Grünen. Sie verweisen auf die positive Erfahrung in den Innenstadtbezirken. "Die Wirkung des Parkpickerls in Wien ist durch eine Vorher-Nachher-Studie gut dokumentiert", erklärt Grünen-Verkehrssprecher Rüdiger Maresch und verweist dabei auf eine Studie der MA18, Abteilung Stadtentwicklung und Stadtplanung. Dabei wurden die Effekte der Parkometerabgabe im Zeitraum von 1993 bis 2003 unter die Lupe genommen.
Das Ergebnis: "Die Parkraumbewirtschaftung hat besonders an Vormittagen zu einer deutlichen Entlastung der Situation geführt." Im Schnitt habe sich die Stellplatzauslastung in den Innenbezirken von 100 auf 70 Prozent reduziert.
Mehr Parkplätze
Weil es mehr freie Stellplätze gebe, habe sich auch die Parkplatzsuchzeit deutlich verringert. Laut Studie seien die Kilometer jener Fahrer, die in den Bezirken 6 bis 9 Parkplätze suchen, um 18 Prozent zurückgegangen. Unter Einbeziehung des Durchgangsverkehrs und der Fahrzeuge, die in den Bezirken 6 bis 9 auf Privatgrund parken, betrage der Rückgang zwölf Prozent.
"Die skeptische Haltung der Bezirksbewohner gegenüber der Parkraumbewirtschaftung hat sich nach der Einführung zu einer mehrheitlich positiven Einstellung verändert", so die Autoren der Studie.
Parkpickerl in Wien
Geschichte: 1959 wurden Kurzparkzonen im 1. Bezirk eingerichtet, 1975 Gebühren eingehoben. 1995 dehnte die Stadt die Zone auf die Bezirke 6 bis 9 aus, danach auf 4, 5, 2, 20, 3 und zuletzt auf Teile des 15. 2010 nahm die Stadt durch die Parkometerabgabe 66,7 Mio. Euro ein.
Ausweitung: Ab 1. Oktober soll man auch im 12. und 15. Bezirk sowie in Teilen von 14, 16 und 17 fürs Parken zahlen. Die Opposition fordert aber eine Volksbefragung.
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