Josef Machynkas Bildwelten im Spannungsfeld von Reflexion und Spontaneität, Arbeit und Vergnügen, Alltag und Idealisierung

Wann? 31.05.2011 19:00 Uhr bis 30.06.2011 23:30 Uhr
Wo? Cafe Club International C.I., Payergasse 14, 1160 Wien AT
  Wien: Cafe Club International C.I. | Malen ist Arbeit
Bilder von Josef Machynka
www.machynka.com
www.galeriestudio38.at/machynka
http://www.facebook.com/event.php?eid=143737752363...

Cafe Club International C.I. Payergasse 14 und “Rote Bar” des C.I.
auf der Piazza/Brunnenmarkt, 1160 Wien
Ausstellung im Rahmen der Ottakringer Bezirksfestwochen
Vernissage Dienstag, 31. Mai 2011, 19 Uhr
Artist.Lecture Donnerstag, 23. Juni 2011, 16 Uhr
Ausstellungsdauer 1. – 30. Juni 2011 täglich von 10-2 Uhr früh
„Arbeit ist das Feuer der Gestaltung“. Karl Marx
„Malen ist für mich zwar meist auch ein Vergnügen, aber in erster Linie harte Arbeit“. Josef Machynka

Josef Machynkas Bildwelten im Spannungsfeld von Reflexion und Spontaneität, Arbeit und Vergnügen, Alltag und Idealisierung

Während der Bezirksfestwochen zeigt der in Wien-Ottakring lebende Maler Josef Machynka im Club International eine Auswahl seiner 2010 und 2011 entstandenen Bilder, die Themenstellungen in komplementären oder kontrastierenden Begriffspaaren zusammenfassen: jung - alt, männlich - weiblich, reich - schön, Alltag - Idealisierung, Innenwelt - Außenwelt.
Die Ausstellung findet innerhalb der von kunst.projekte 2009 als „work in progress“ initiierten Reihe „Kunst ist Arbeit – Arbeit ist Kunst“ statt, die auf die Teuerungsunruhen vor 100 Jahren am 17. September 1911 verweist, die in Ottakring kurzzeitig zu Chaos und Anarchie führten. Dieses historische Ereignis zieht sich wie ein roter Faden durch das diesjährige Ausstellungsprogramm mit sehr unterschiedlichen und vielfältigen künstlerischen Positionen.
Dabei steht jeweils die Arbeit des Künstlers im Mittelpunkt - die Arbeitsschritte, die notwendig sind, um von der kreativen Idee im Kopf ein fertiges Werk entstehen zu lassen – ein Schaffensprozess, der Chaos und Ordnung impliziert.
Josef Machynka greift in seiner aktuellen Werkserie „Jung-Reich-Schön“ gesellschaftliche Phänomene auf, die Menschen unterschiedlicher Generationen und Geschlechter miteinander verbindet oder auch trennt. Als „Maler von Themen“ interessieren ihn seelische Erlebnis- und Spannungsfelder im Menschen, die Brüche aufweisen können.

Malen ist für Machynka ein ständiger Prozess von Suche, Veränderung, Hinterfragung, Scheitern und wieder Neuanfang. Die Bilder beruhen auf gegenständlicher traditioneller Ölmalerei, die häufig Abstraktionen mit einbezieht und keine engere Bindung an einen bestimmten Stil oder Inhalt aufweisen. Schwerpunkt ist weitgehend die inhaltliche Ebene, selten nur ein formales oder ästhetisches Spiel. Mit jedem Bild findet, neben dem Malvorgang, ein innerer Prozess, eine persönliche Reflexion und Verarbeitung der jeweiligen Themen statt. Machynka geht es immer wieder darum, Grenzbereiche und Grenzerfahrungen auszuloten, in verschlüsselter Symbolik und unter Einbeziehung philosophischer Überlegungen.
Die Vielschichtigkeit menschlicher Existenz und die ihr innewohnende multiple Persönlichkeit sind bei Machynka durch die Vielschichtigkeit seiner Stilmittel gekennzeichnet. Ganz bewusst verzichtet der Künstler damit auf eine Bindung an eine eindeutige Wiedererkennbarkeit. Seine „Trademark“ ist vor allem der Anspruch an sich selbst, hohe künstlerische Qualität zu bieten und doch nicht sein Leben lang das Gleiche malen zu müssen. Ein Bild, an dem er heute arbeitet, kann sich stilistisch von dem von morgen so unterscheiden, als hätte es ein anderer Künstler gemalt. Das Ergebnis – nach oft akribisch langsamer Entstehung und Entwicklung der Sujets – ist eine gekonnte Mischung aus geplanter Komposition und unberechenbarer Spontaneität. Letztere wird bei ihm besonders durch die ungrundierte Leinwand provoziert. Das rohe Leinen fordert bei Machynka, mehr als der weiß grundierte Malgrund, das Stehenlassen von Leere und Unfertigem heraus.
Immer wieder greift Machynka einzelne Sujets kleinerer Bildserien nach Monaten oder Jahren in veränderter Form auf um sich dann von den neuen, veränderten Blickwinkeln überrraschen zu lassen. Die Malerei erlangt damit den Status eines subjektiven Werkzeuges zur Analyse und Erforschung eigener und allgemein menschlicher Zustände bzw. Befindlichkeiten: sehr persönliche Positionen ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit.
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