Kurze Flucht nach Raub

Die Handschellen klickten für Dejan M. nach einer nur kurzen Flucht. Er hatte sich in einem Haus versteckt. (Foto: privat)

Das nennt man Zivilcourage: Ein bz-Mitarbeiter stellte einen flüchtigen Trafikräuber.

Der bewaffnete Überfall auf eine Trafik in der Nähe des Türkenschanzparks brachte dem 20-jährigen Dejan M. keine Sekunde lang den erhofften Reichtum. Er konnte der Angestellten nur wenig Bargeld entreißen und lief dabei einem couragierten Passanten über den Weg. Herbert A. (47), Werbeberater der Wiener Bezirkszeitung, schätzte die Situation sofort richtig ein, schwang sich auf seinen Motorroller und verfolgte den Täter.

Die Höhenstraße hinauf ging die wilde Hatz, dann durchs Gassengewirr über die Herbeckstraße, wo der Flüchtende ein Plastiksackerl mit der Tatwaffe und dem Bargeld in einen Papierkorb stopfte, bevor sie in der Thimiggasse endete.
Er verschaffte sich Einlass in das Haus Nummer 13 und ward vorerst nicht mehr gesehen.
A. hatte inzwischen die Polizei verständigt und konnte am Handy die exakte Peilung des Verstecks durchgeben. Wenige Minuten später (A: "Es waren seit der Tat keine zehn Minuten vergangen") standen die Beamten und das Sonderkommando WEGA vor dem Haustor. Ohne Widerstand holten die Männer den Trafikräuber aus seinem Versteck.

Der Mutter des Trafikpächters (Name der Redaktion bekannt) steckte am nächsten Tag der Schock noch tief in den Knochen. Sie fühlt mit dem Opfer und kann auch ihren Sohn verstehen, der schon ans Aufgeben gedacht hat: "Für ein paar Euro sein Leben aufs Spiel setzen, das zahlt sich nicht aus." Eine Entschuldigung der Familie des Täters ("Alle unsere Kinder sind brav, nur Dejan verspielt sein Geld") wollte sie nicht annehmen.

Dem Mann, der durch seinen selbstlosen Einsatz den Täter gestoppt hat, will sie jedoch schon sehr bald persönlich danken. Eine Ehrung durch die Polizei wird Herbert A. sicher auch erhalten.
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